Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 19.10.2019


Bezirk Kufstein

Für Lift auf das Kramsacher Sonnwendjoch tickt die Uhr

Seit dem Einsessellift die Konzession entzogen wurde, bemühen sich engagierte Kramsacher, ein neues Projekt auf die Beine zu stellen.

Sonnwendjochbahn: Bekanntlich wurde im März 2017 dem Einsessellift die Konzession entzogen.

© HaunSonnwendjochbahn: Bekanntlich wurde im März 2017 dem Einsessellift die Konzession entzogen.



Von Walter Zwicknagl

Kramsach – Ob und welche Teile der Kramsacher Sonnwendjochbahn zu beseitigen sind, soll laut Amt der Tiroler Landesregierung am 6. November bei einer mündlichen Verhandlung entschieden werden. Bekanntlich wurde im März 2017 dem Einsessellift die Konzession entzogen. Seither bemühen sich engagierte Kramsacher, ein neues Projekt auf die Beine zu stellen – und das im Rahmen einer Genossenschaft. Bei der Projektpräsentation wurde einst von Kosten in der Höhe von 5,8 Millionen Euro gesprochen, wie gestern Gemeinderat Markus Vögele bestätigte. „Bis Ende des Jahres haben wir um die Konzession anzusuchen, wenn es einen Fortbestand einer Seilbahn geben soll“, sagt Vögele, der mit einem fünfköpfigen Team an diesem Projekt arbeitet. Und es geht dabei vor allem um die Finanzierung. Eine Million Euro sollte demnach vom Land laut schriftlicher Zusage kommen, 1,5 Millionen vom TVB, je 600.000 Euro von den Umlandgemeinden und der Genossenschaft – und zwei Millionen Euro von der Gemeinde Kramsach.

Und gerade bei der Gemeinde Kramsach gibt es andere Vorstellungen als bei der Genossenschaft. „Wir reden für 14 Jahre über einen Betrag von je 100.000 Euro. Wenn Bedarf wäre, könnte dieser Betrag weitere sechs Jahre geleistet werden“, erläuterte gestern Bürgermeister Bernhard Zisterer in einem Telefonat. Das Geld käme aus dem laufenden Budget. „Mit diesem vorgeschlagenen Weg brauchen wir keine Genehmigung der Aufsichtsbehörde“, setzt Zisterer nach. Denn bei einer Fremdfinanzierung gehe es um Haftung und Verantwortung.

Dass das Zeitfenster für eine Konzession eng wird, weiß Markus Vögele. Bei 400.000 Euro liege momentan der Kontostand der Genossenschaft, über weitere Unterstützung und neue Mitglieder in der Genossenschaft wäre er froh. „Wenn der Lift früher an 103 Betriebstagen 39.000 Leute befördert hat, müsste ein Neustart unter heutigen Bedingungen machbar sein. Es ist eine Tragödie, wenn das Projekt immer wieder krankgeredet wird. Es geht um ein klares Ja“, betont Vögele.