Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 19.10.2019


Osttirol

Firma Anita in Matrei in Osttirol schließt die Näherei

Der deutsche Miederwarenproduzent Anita setzt im Osttiroler Werk nur noch auf Prothesenherstellung. Für Teilzeit-Näherinnen ist die Zukunft ungewiss.

Produktionsfirmen lassen ihre Näharbeiten immer öfter in Ländern mit niedrigen Löhnen erledigen.

© Getty Images/iStockphotoProduktionsfirmen lassen ihre Näharbeiten immer öfter in Ländern mit niedrigen Löhnen erledigen.



Von Catharina Oblasser

Matrei i. O. – Mit 31. Dezember 2019 ist die Akkord-Näherei-Abteilung des deutschen Miederwarenherstellers Anita in Matrei in Osttirol Geschichte. 20 Frauen sind jetzt noch dort beschäftigt, erklärt Standortleiter Harald Panzl. Damit sei die Näherei zu klein, um wirtschaftlich sinnvoll zu sein. Gefertigt werden dort – noch – Mieder und Büstenhalter. Der Produktionsschwerpunkt von Anita liegt generell auf Bademode, Sport-, Entlastungs- und Still-BHs sowie auf Büstenhalter für Brustprothesen, wie sie Frauen nach einer Brustkrebs-Operation tragen. Auch die Brustprothesen selbst werden vom Unternehmen hergestellt.

Diese Prothesenherstellung aus Silikon soll in Zukunft die Haupttätigkeit am Standort in Matrei sein, zurzeit arbeiten 24 Frauen in diesem Bereich, sagt Harald Panzl. „Es wird ausgebaut, neue Öfen und Geräte kommen, die Kapazitäten sollen steigen.“ Die Anita-Mitarbeiterinnen aus der Näherei könnten dann in die Prothesenherstellung wechseln. So ist es zumindest vorgesehen.

Allerdings gibt es dort nur Vollzeitstellen, während in der Näherei Frauen auch in Teilzeit arbeiten. Jedoch nur wenige der ingesamt 20, wie Panzl sagt. „Wir sind bemüht, dass alle Mitarbeiterinnen wechseln können“, erklärt der Standortleiter. Dieser Wechsel soll schrittweise ab dem 1. Februar 2020 erfolgen.

Das Unternehmen Anita beschäftigt mehr als 1700 Personen, hat seinen Hauptsitz in Bayern und besitzt Werke bzw. Standorte in Tschechien, Portugal, Myanmar, Thailand und anderen Staaten. Die Produktion in Matrei in Osttirol gibt es seit 1962.

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