Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 26.10.2019


Osttirol

Frauenberufszentrum: Chancen für Osttiroler Frauen

Das Frauenberufszentrum FBZ und das Arbeitsmarktservice AMS haben zu einer Expertenrunde zur Arbeitswelt für Frauen in Osttirol geladen.

Michaela Hysek-Unterweger, Sabina Hutter, FBZ-Leiterin Itta Tenschert, Camilla Köll und Manuela Girstmair (v. l.) stellten sich nach ihren Impulsreferaten einer Diskussion.

© Christoph BlassnigMichaela Hysek-Unterweger, Sabina Hutter, FBZ-Leiterin Itta Tenschert, Camilla Köll und Manuela Girstmair (v. l.) stellten sich nach ihren Impulsreferaten einer Diskussion.



Von Christoph Blassnig

Lienz – Der Bezirk Lienz war über Jahrzehnte ein bekanntes Engpassgebiet im Vergleich zu Nordtirol, was die Arbeitsmarktsituation anbelangt. Das erklärte Sabine Platzer Werlberger bei einer Expertenveranstaltung, zu der das Frauenberufszentrum FBZ und das Arbeitsmarktservice AMS gestern in Lienz geladen haben. Platzer Werlberger ist stellvertretende Landesgeschäftsführerin des AMS Tirol. Gemeinsam mit Manuela Girstmair, Sabina Hutter, Michaela Hysek-Unterweger und Camilla Köll hat Platzer Werlberger zum Thema „Frauen Zukunft Arbeitswelt“ referiert. Der Untertitel der Veranstaltung lautete „Mit Ideen zu neuen beruflichen Chancen“.

„Wir haben in Tirol derzeit eine sensationell gute Situation, was den Arbeitsmarkt angeht“, legte Platzer Werlberger dar. In manchen Bezirken liege die Arbeitslosigkeit bei unter zwei Prozent. Osttirol hebe sich mit knapp über sieben Prozent immer noch deutlich davon ab. „Doch die Entwicklung der letzten Jahre soll uns Mut machen. Noch vor fünf Jahren lag diese Quote bei zehn Prozent.“

Das AMS nutzt einen „Fachkräftemonitor“ für einen Blick in die Zukunft. „In Osttirol fehlen nach diesen Berechnungen in zehn Jahren 2800 Arbeitskräfte, davon 600 mit Studienabschluss und 300 mit einer Lehre“, berichtete die stellvertretende AMS-Geschäftsführerin. Gerade für Frauen zähle die Stärkung der Eigen- verantwortung, Organisation und Widerstandsfähigkeit, um neue berufliche Chancen zu ergreifen und sich schrittweise weiterzuentwickeln.

Manuela Girstmair ist Direktorin am Institut für Gesundheitsbildung in Lienz. „Der Pflegeberuf ist in Osttirol eindeutig weiblich und wird auch in Zukunft viele Möglichkeiten bieten.“ Für die Unter- nehmensgruppe Pletzer legte Sabina Hutter, Leiterin der Human Ressources, Angebote des Unternehmens für die Mitarbeiterzufriedenheit dar. Michaela Hysek-Unterweger führt das Familienunternehmen Früchteküche in Thal mit rund 50 Mitarbeitern, 70 Prozent davon sind Frauen. „Wir haben Mühe, alle Mitarbeiter bei der behutsamen Digitalisierung mitzunehmen.“ Camilla Köll führt das Hotel Goldried in Matrei. „Die Arbeit im Tourismus erfordert die Unterstützung der Familie, wenn die Frauen arbeiten gehen wollen.“

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