Letztes Update am Mo, 28.10.2019 13:40

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Teuerung

Arbeiterkammer: Getränkepreise wurden teilweise wieder stark erhöht

Seit 2016 erhebt die Arbeiterkammer Tirol einmal jährlich tirolweit die Getränkepreise in ausgewählten Wirtshäusern. Das Ergebnis: Im Vorjahresvergleich wurden die Durchschnittspreise der gängigen Getränke um bis zu 4,41 Prozent erhöht.

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Innsbruck - Auffallend hohe Preisspannen, der Streit um die Verrechnung von Leitungswasser und keine Preiserhöhungen bei zwölf von 46 befragten Betrieben: Die diesjährige Getränkepreiserhebung der Arbeiterkammer Tirol (AK) förderte durchaus Überraschendes zu Tage.

Die Kosten für Bewirtungsdienstleistungen seien ein Haupttreiber der Preisspirale, so die AK in einer Aussendung am Montag. So stieg der Preis für ein kleines Bier vom Fass (0,3 Liter) im Schnitt um 3,54 Prozent, für ein großes Bier (0,5 Liter) um durchschnittlich 2,09 Prozent. Ein Vierteliter Weiß-süß kostet um 4,41 Prozent mehr als im Vorjahr, der Preis für ein Viertelliter Weiß-sauer stieg um 4,05 Prozent.

Hohe Preisspannen

Während der Preis für ein Glas Apfelsaft (0,25 Liter) im Schnitt um 1,70 Prozent erhöht wurde, sank der Preis für den mit Leitungswasser aufgespritzten Apfelsaft (0,25 Liter) überraschenderweise um 6,29 Prozent. Dennoch weist dieses Getränk mit 175 Prozent die höchste relative Preisspanne auf – es wird zwischen 1,20 und 3,40 Euro angeboten. Die große Spanne sei vor allem dem Umstand geschuldet, dass mancherorts preislich nicht zwischen dem Glas purem Saft und dem auf dieselbe Menge mit Leitungswasser aufgespritzten Getränk unterschieden würde.

Eine 0,2 Liter-Flasche Fruchtnektar kostet zwischen zwei und 3,80 Euro. Im Vergleich zum Vorjahr konnte dabei eine Erhöhung des Durchschnittspreises um 1,43 Prozent festgestellt werden. Dieselbe Menge an Fruchtnektar mit Leitungswasser auf 0,5 Liter aufgespritzt, kostet zwischen 2,40 und satten 4,70 Euro, was einer Preisspanne von 95,83 Prozent entspricht. In 18 von 34 Wirtshäusern, in welchen Fruchtnektar auf der Speisekarte ausgepriesen war, wurde für das im auf 0,5 Liter aufgespritzten Mischgetränk enthaltene Leitungswasser ein teilweise erheblicher Aufpreis von bis zu 1,60 Euro verrechnet.

Streitthema Leitungswasser

Bezüglich der Frage, ob Wirte ihren Gästen Leitungswasser verrechnen sollten, würden sich seit Jahren die Geister scheiden, so die AK. Gegen das Argument vieler Wirte, dass mit jedem servierten Glas Leitungswasser eine Dienstleistung und damit auch Personal- und Infrastrukturkosten verbunden sind, stehe die Meinung vieler Konsumenten, die Leitungswasser traditionellerweise als kostenloses Service verstehen. In acht der 46 teilnehmenden Wirtshäuser werde Leitungswasser in der Karte ausgepreist. Im persönlichen Gespräch aber erklärten fünf Gastronomen, Leitungswasser tatsächlich nur in Fällen zu verrechnen, in welchen der Gast ausschließlich Wasser konsumieren würde. Drei Wirte teilten mit, bestelltes Leitungswasser jedenfalls in Rechnung zu stellen. Ein Wirt erläuterte, das Wasser selbst wäre kostenlos, lediglich das Service würde je Glas mit 0,80 Euro verrechnet.

Verglichen zum Vorjahr wurde bis September 2019 in drei Wirtshäusern Leitungswasser wieder aus der Karte gestrichen. Lediglich ein Wirt entschied sich neu dazu, Leitungswasser in die Getränkekarte aufzunehmen. Das günstigste Glas Leitungswasser (0,25 Liter) ist ab 0,30 Euro zu haben, das teuerste kostet 0,90 Euro. (TT.com)

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Gut zu wissen: Die Ergebnisse der Getränkepreiserhebung spiegeln sich auch in den aktuellen Inflationsdaten der Statistik Austria wieder: Die Kosten für Bewirtungsdienstleistungen sind ein Haupttreiber der Preisspirale.