Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 30.10.2019


Bezirk Imst

Nach Abriss: Golfhotel für Sautens auf dem Radar

Am Standort des Hotels Gisela ist die Errichtung eines 150 bis 200 Betten großen Beherbergungsbetriebes für den geplanten Golfplatz vorgesehen. Der Altbestand wird jedenfalls abgerissen, es gibt auch einen Plan B.

Lange wird das Hotel Gisela nicht mehr den Dorfkern Sautens zieren.

© DornLange wird das Hotel Gisela nicht mehr den Dorfkern Sautens zieren.



Von Agnes Dorn

Sautens – Das Unternehmen Auerbau plant, das bereits gekaufte Hotel Gisela im Dorfzentrum von Sautens abzureißen und dort ein Hotel zu errichten. Wenn der Golfplatz realisiert wird, soll hier ein „Golfhotel“ entstehen, so Geschäftsführer Johannes Auer im Sautener Gemeinderat.

Und er führt dazu näher aus: „Golfhotel heißt, dass ich unter drei Sternen und unter 150 Betten keinen Betreiber finde.“ Je höher die Baumassendichte bei solch einem Projekt ist, umso attraktivere Interessenten finde man, argumentiert Auer, der für Anfang des nächsten Jahres Sondierungsgespräche mit Hintertaler Hoteliers und Hotelketten ins Auge fasst.

Johannes Auer: "Wenn ich meine Fantasie spielen lasse, bekomme ich ganz andere Interessenten."
Johannes Auer: "Wenn ich meine Fantasie spielen lasse, bekomme ich ganz andere Interessenten."
- Dorn

„Wir wissen vom Markt her, dass es Interesse an einem Hotelbetrieb in Verbindung mit dem Golfplatz gibt. Es wird auf keinen Fall ein Investorenmodell, denn wir wollen warme Betten. Wir werden auch Eigentümer vom Grundstück bleiben“, beteuert Auer. Ob das Unternehmen selbst oder der Betreiber das Haus errichten wird, wisse man noch nicht. Auf jeden Fall sei man Projektentwickler. Für die konkreten Pläne brauche er zunächst eine Richtungsentscheidung vom Gemeinderat, so der Bauunternehmer. Und er konnte sich über einen einstimmigen Grundsatzbeschluss zu einer oberirdischen Baumassendichte von 4,5 auf der Gesamtfläche der derzeit sieben Grundstücke mit insgesamt 5725 Quadratmetern freuen.

Schon derzeit habe man beim Hotel Gisela eine Baumasse von 4,3, so Auer. Da seien aber der Parkplatz und die Nebengebäude nicht einberechnet, relativierte Raumplaner Hugo Schöpf diese Rechnung. Mit diesen hätte das Hotel eine niedrigere Baumasse als von Auer dargelegt.

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Schöpf merkt außerdem an: „Was mir ein bisschen groß erscheint, sind die Seminarräume mit 350 Quadratmetern. Auch der Spa-Bereich ist mit fünf Metern Raumhöhe hochgegriffen.“ Ansonsten sehe er das geplante Projekt ganz im Sinne der Gemeindeverordnung von 2003, die vorsieht, dass die Gemeinde die Stärkung des Tourismus anstrebe, unter Berücksichtigung der Qualität vor der Quantität. Die architektonische Lösung sei ihm ein wichtigeres Kriterium als die Baumasse.

Er würde anregen, dass man bei der Realisierung darauf achte, dass es außerdem kein Parken auf der grünen Wiese gebe, so Schöpf.

Tourismusobfrau Christine Hackl zeigt sich indes begeistert: „Ich sehe das Projekt sehr, sehr positiv. Wir könnten wesentlich mehr Nächtigungen als bisher lukrieren und ich bin heilfroh, dass es Einheimische sind, die das Projekt realisieren wollen.“ Bürgermeister Manfred Köll ergänzt: „Wir haben derzeit 821 Betten, hatten aber früher schon einmal 1300. Das ist unser Aushängeschild, was da entstehen soll.“

Falls das nicht ganz unumstrittene Golfprojekt nicht umgesetzt würde, käme ein Plan B zur Umsetzung. Und der könnte je nach Betreiber unterschiedlich ausfallen, wie Auer erläutert: „Das Hotel Gisela wird definitiv abgerissen. Es ist die Frage, was traut sich ein Betreiber ohne Golfplatz zu? Meiner Meinung nach sind dann 100 Betten schon zu viel.“ Ihm schwebe in diesem Fall eher die Errichtung eines Appartementhauses in Kombination mit der Area 47 vor. Bis das Hotel Gisela dem Erdboden gleichgemacht wird, soll indes ein vorübergehender Hotelbetreiber gefunden werden, der den Betrieb zumindest kostendeckend baldigst weiterführt. Hier führe man bereits intensive Gespräche mit mehreren möglichen Interessenten.