Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 08.11.2019


Bezirk Imst

Kein drittes „e“ an Nassereith wegen Erdgas

Der Anschluss der Fernpassgemeinde an das Netz der Tigas rückt näher. Allerdings gilt die Nutzung fossiler Energien als wenig e5-förderlich.

Die Erdgasleitung wird gerade zwischen Nassereith und Seeeck errichtet. Es braucht noch eine Station zur Reduzierung des Gasdrucks.

© PaschingerDie Erdgasleitung wird gerade zwischen Nassereith und Seeeck errichtet. Es braucht noch eine Station zur Reduzierung des Gasdrucks.



Von Alexander Paschinger

Nassereith – Die Erdgasverlegung beschäftigte die Fernpassgemeinde schon den ganzen Sommer über. An den Ortseinfahrten wurde bereits über Behinderungen informiert. Nun gibt es kommende Woche eine Infoveranstaltung für die Bürger durch die Tigas. In der letzten Gemeinde­ratssitzung wurde jedenfalls beschlossen, dass die Tigas ein­e kleine Grundfläche für ein Gebäude kaufen darf. Es geht darum, den Druck in der geplanten Station aus der großen Leitung zu reduzieren, damit das Gas durch die Plastikrohre in das Netz im Dorf geleitet werden kann.

Das Erdgas fand aber auch einen anderen Niederschlag in der Gemeinderatssitzung: Vizebürgermeister Gerhard Spielmann berichtete nämlich über den Erfolg von Nassereith als „energie­effiziente“ e5-Gemeinde: Im Rahmen des ersten Audits wurden die ersten zwei „e“ an die Gemeind­e vergeben. „Es fehlten nur sechs Prozent auf das dritte“, vermeldete Spielmann eine „positive Sach­e“. Das dritte „e“ sei an der Energieversorgung der öffentlichen Gebäud­e „und am Erdgasanschluss“ gescheitert, denn das Setzen auf fossile Energie schlägt sich beim Thema „energieeffiziente Gemeinde“ negativ nieder.

Ansonsten stand beim Gemeinderat auch der Bericht des Überprüfungsausschusses im Mittelpunkt: BM Herbert Kröll klärte zahlreiche Posten, die Überschreitungen aufwiesen, auf. Die 300.000 Euro, die man sich durch den Verzicht auf den weiteren Ausbau des Wertstoffhofes spart, sind unterdessen schon wieder verplant. Kritik erntete der Dorfchef einmal mehr wegen des Ankaufs des neue­n Gemeindetraktors. Einige Mandatare hätten sich mehr Transparenz und ein Tiroler Fabrikat gewünscht.