Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 09.11.2019


Bezirk Landeck

Fahrgäste schweben mit neuer „Öko-Bahn“ auf Kaunertaler Gletscher

Eine österreichweit einzigartige Gondelbahn geht Anfang Dezember im Kaunertal in Betrieb. 2000 Meter Seil hängen auf nur zwei Stützen.

Die innovative Falginjochbahn – Kosten: 10,3 Mio. Euro – ersetzt zwei alte Schlepplifte.

© Kaunertaler GletscherbahnDie innovative Falginjochbahn – Kosten: 10,3 Mio. Euro – ersetzt zwei alte Schlepplifte.



Kaunertal – Sie musste innovativ sein, umweltschonend und weitgehend ohne Eingriffe in die Natur gebaut werden und vor allem die Vorgaben der barrierefreien Infrastruktur im Kaunertal erfüllen: Das war der Kriterienkatalog für die neue Falginjochbahn, die über ein 2000 Meter langes Spannseil auf 3113 Meter Seehöhe und damit zum höchsten Punkt im Gletscherskigebiet führt.

Die Seilbahner haben 10,3 Mio. Euro in die erste „100er-Funifor“ Österreichs investiert. Anfang Dezember geht sie in Betrieb. In der Großgondel können 100 Fahrgäste in 3,9 Minuten zur Bergstation schweben. Zwischen Tal- und Bergstation mussten nur zwei Stützen gebaut werden, die übrigens nicht gefärbt, sondern verzinkt sind. Die beiden in die Jahre gekommenen Weißseeferner-Schlepplifte konnten abgetragen werden, dafür steht jetzt mehr Pistenfläche zur Verfügung.

Man habe großen Wert auf ein nachhaltiges Projekt gelegt, sagte Franz Wackernell, technischer Leiter der Gletscherbahnen. „Auf Grabungsarbeiten entlang der Trasse konnten wir verzichten. Die Strom- und Glasfaserverbindung zwischen den Stationen verläuft in den Tragseilen.“ Zudem fließt die Bremsenergie, die bei der Talfahrt der Gondel entsteht, wieder zurück ins Stromnetz.

Barrierefreie Infrastruktur, für die das Tal bekannt ist, haben die Planer auch rund um die Falginjochbahn eingebaut. Über eine „Monobob-Lane“ (eigener Zugang zur Bahn) gleiten Rollstuhl- bzw. Monoskifahrer selbstständig in die Kabine. „Es ist unser Ziel, das Kaunertal von oben bis unten barrierefrei zu gestalten – für Menschen, die weniger mobil sind“, hob TVB-Obmann Armin Falkner hervor. „Die neue Bahn ist eine schlüssige Ergänzung für unser bestehendes Konzept.“

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Das Doppelseilsystem, das einen Bahnbetrieb auch bei starkem Wind erlaubt, ist neu in Österreich. „Das Funifor-System hält heftigen Windböen stand“, weiß Wackernell. Die Beförderungskapazität liegt bei 600 Personen pro Stunde, die Bahn ist im Zehn-Minuten-Takt unterwegs.

„Die Bahn ist für unser mittelgroßes Gletscherskigebiet eine große Bereicherung“, kommentiert TVB-Geschäftsführerin Michaela Gasser. „Sie sichert auch wertvolle Arbeitsplätze im Tal.“ (TT, hwe)




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