Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 04.12.2019


Innsbruck Land

Widmung für Wasserstoffanlage in Völs beschlossen

Im Zuge eines EU-geförderten Projekts plant MPreis in Völs die Errichtung einer Wasserstofferzeugungsanlage.



Völs – In seiner jüngsten Sitzung hat der Völser Gemeinde­rat einstimmig den Weg für ein vielbeachtetes Vorhaben der Firma MPreis freigemacht: Im Zuge eines EU-geförderten Projekts plant MPreis – als Teil eines internationalen Konsortiums mit sechs weiteren Partnern, zu denen auch „FEN-systems“ aus Pettnau zählt – die Errichtung einer Wasserstofferzeugungsanlage nördlich der Produktionsbetriebe in der Völser Au. Wie berichtet, soll der Wasserstoff einerseits in der Bäckerei Therese Mölk verwendet werden, um dort künftig CO2-frei backe­n zu können. Zum anderen möchte MPreis schrittweise den gesamten Logistik-Fuhrpark mit rund 50 Fahrzeugen – die derzeit jährlich ca. 2 Mio. Liter Diesel schlucken – auf CO2-freien Antrieb umrüsten. Dazu wird in Völs eine kombinierte Wasserstoff- und Diesel­tankstelle errichtet.

Der Standort der Wasserstoffanlage neben dem Natur­denkmal Völser Gießen hatte im Vorfeld bei einigen Bürgern für Kritik gesorgt. Der gesetzlich vorgeschriebene fünf Meter breite Uferschutz­streifen wird zwar nicht angetastet, unmittelbare Auswirkungen auf das Fließgewässer sind nicht zu erwarten. Die Anlag­e reicht aber zum Teil in die 12-Meter-Pufferzone zum Gießen hinein, die sich Völs im örtlichen Raumordnungskonzept (ÖROK) selbst verordnet hatte. Daher habe es zunächst eine Verordnung des Landes zur Aufhebung der überörtlichen Grünzone benötigt, bevor der Gemeinderat nun ÖROK-Änderung, Umwidmung und Bebauungsplan beschließen konnte, erklärt BM Erich Ruetz. MPreis müsse Ausgleichsflächen im doppelten Ausmaß schaffen, ergänzt er. Die Firma habe bereits um Baubewilligung angesucht, der Baustart könnte im Frühjahr 2020 erfolgen. (md)