Letztes Update am Fr, 03.01.2014 07:16

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Standort Tirol

Tiroler Immo-Markt knickte ein, Preise sollen stabil bleiben

Immobilienverkäufe in Tirol gingen massiv zurück, Südtiroler Käufer bremsten sich ein. Preise sollen bis auf Innsbrucker Raum stabil bleiben.



Von Max Strozzi

Innsbruck – Geht es nach den Zahlen des Maklerverbunds Remax, ebbt der Immobilienboom vergangener Jahre in Tirol ab. „2013 sind die gesamten Immobilienverkäufe in Tirol um 12 % auf rund 7000 zurückgegangen, die Zahl der Neuinteressenten ging um etwa 30 Prozent zurück“, erklärt der Innsbrucker Remax-Geschäftsführer Arno Wimmer. „Derzeit normalisiert sich der Immobilienmarkt. Zwar immer noch auf hohem Niveau, aber einen solchen Nachfrage-Einbruch erwarten wir heuer nicht mehr.“ Allerdings nehme die Vermarktungsdauer einer Immobilie weiter zu: „Die Entwicklung entspricht zunehmend jener vor dem Boom“, so Wimmer.

Grund für den Rückgang im Vorjahr sei das gesunkene Interesse der Anleger. „In den turbulentesten Jahren der Wirtschaftskrise war das vorrangige Kaufmotiv die Sicherheit einer Anlage in Immobilien, nun ist in Tirol wieder zunehmend die Rendite ein wesentlicher Faktor für einen Immobilienkauf“, so Wimmer.

Auch aus Sicht von Robert Moll, Obmann Immobilien- und Vermögenstreuhänder in der Tiroler Wirtschaftskammer, hat sich 2013 der Tiroler Immobilienmarkt beruhigt. „Ein Grund ist auch, dass Südtiroler und Italiener als Käufer ausgefallen sind. Sie haben in den letzten 5 bis 6 Jahren in Innsbruck alles gekauft, was sie bekommen konnten. Manche haben jetzt bei der Finanz Schwierigkeiten und trauen sich nicht mehr“, so Moll.

Bei Immobilienpreisen erwartet Remax aufgrund gleichbleibender Nachfrage und eines leichten Angebotsrückgangs eine Preissteigerung für Tiroler Immobilien im Schnitt von 0,9 %. Allerdings mit unterschiedlichen Entwicklungen. Bei Neubauten in und um Innsbruck in sehr guten Lagen rechnet der Makler mit leicht steigenden Preisen. In mittleren Lagen und auch bei gebrauchten Immobilien hingegen könnten die Preise stagnieren oder sogar sinken. Auch Moll erwartet heuer eine Preisstabilisierung und „vielleicht ein Plus um 1 bis 2 Prozent“. Die einzelnen Bezirke seien aber jeweils gesondert zu betrachten.

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Tirols Remax-Chef Wimmer ortet trotz günstiger Zinsen einen erschwerten Zugang zu Wohnungskrediten und spricht von einer Mieten-Falle. „Immer mehr Kunden können sich aufgrund der strengeren Kreditkriterien bei Immobilien kein Eigentum leisten und müssen daher in Miete bleiben.“ In der Landeshauptstadt gefragt seien weiterhin 1- bis 2-Zimmerwohnungen und WG-taugliche Wohnungen. Geförderte Eigentumswohnungen würden hingegen zu wenig angeboten. Gleiches gelte für Mietwohnungen im Innsbrucker Zentrum, wodurch Mietpreise gestiegen seien. Für 2014 rechnet Wimmer aber mit einer geringeren Mietpreissteigerung.

Bei Einfamilienhäusern habe in Tirol eine Preisdifferenzierung je nach Lage, Zustand und Verkehrsanbindung zugenommen. Die Nachfrage nach Grundstücken sei weiterhin gegeben, allerdings aufgrund der hohen Preise nur bedingt leistbar. Abzuwarten sei, wie sich die Änderung der Gefahrenzone in vielen Gemeinden auswirkt.