Letztes Update am Do, 27.02.2014 07:00

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Standort Tirol

Wenn das Kuscheltier den Verkaufserfolg ankurbelt

100 Schüler probierten in Kufstein beim Projekt „KiWi – Kinder entdecken Wirtschaft“, als Jungunternehmer Erfolg zu haben.



Von Wolfgang Otter

Kufstein – Unternehmer sollen etwas unternehmen. Und das haben rund 100 Kinder von den Volksschulen Kirchbichl und Bruckhäusl sowie der Neuen Mittelschule Kirchbichl gestern wirklich getan. Immerhin ging es auch um den Geschäftserfolg, als sie sich am Vormittag in der Wirtschaftskammer Kufstein im Rahmen der Aktion „KiWi: Kinder entdecken Wirtschaft“ trafen.

Da wurde gehandelt und gefeilscht und, um Kunden anzulocken, sogar das heiß geliebte Kuscheltier von zu Hause mitgenommen. Für vier kleine Tuben Duschgel gab es dann ein Tierchen noch drauf. Später wurde es natürlich wieder vom Käufer zurückgegeben. Auch ein kleiner Saxophonspieler sollte die Kunden, meist die Eltern oder Großeltern der Jungunternehmer, so richtig in Einkaufslaune bringen. Und die Erwachsenen nahmen ihre Rolle genauso ernst. An die 120 hatten sich angemeldet, und ohne Rechnung flossen da zum Beispiel keine KiWi-Euros, wie die an diesem Vormittag bestimmende Währung hieß. Jeder Einkäufer konnte sie zuvor bei der KiWi-Bank abholen.

Einen Monat lang hatten sich die Schülerinnen und Schüler mit ihren Lehrerinnen und Lehrern mit dem Thema auseinandergesetzt. Mit Feuereifer stürzten sich die Kinder auf die Aufgabe. „Mir hat eine Lehrerin erzählt, dass sich ihre Schüler sogar privat getroffen haben, damit die anderen Gruppen nichts von ihrer Strategie erfahren“, wusste Nadja Elmer, die für die Wirtschaftskammer die Veranstaltung organisierte. Und eine Mutter konnte sogar von einer fast schlaflosen Nacht ihres Kindes erzählen, „weil es so aufgeregt war“.

Beim Projekt ging es auch darum, den Kindern ein Gefühl für Preise zu geben. Da wurde von manchen Schülern am Anfang einfach gleich viel im Verkauf wie im Ankauf verlangt, „was ja rasch zum Bankrott des Marktstandes geführt hätte“, schmunzelten Wirtschaftskammer-Bezirks­obmann Martin Hirner und Bezirksstellenleiter Peter Wachter. Also lernten die Kinder auch, was in der Realwirtschaft alles nötig ist. Die Waren mussten aus einer Verkaufsliste ausgesucht und natürlich in KiWi-Euro bezahlt werden.

Aber es gab für die Kinder noch einige andere Hürden zu nehmen, bevor die Schülergruppen ihren Stand aufbauen durften. „Sie mussten einen Gewerbeschein beantragen und den Stand pachten“, sagte Elmer. Die Genehmigung wurde übrigens auch am Vormittag von Peter Wachter kontrolliert. „KiWi – Kinder entdecken Wirtschaft“, das tirolweit stattfindet, ist eine Erfolgsgeschichte. Der Ansturm ist so groß, dass heuer sogar 60 Schüler aus Platzmangel nicht mitmachen durften.




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