Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 26.03.2014


Standort Tirol

Tiroler Sieger und Verlierer im Regionen-Wettbewerb

Der „Bergdoktor“ und ein Qualitätsschub hievten die Ferienregion Wilder Kaiser auf den bundesweit 2. Platz im Ranking der Tourismusregionen.



Wien – Wer wächst? Wer schrumpft? Und vor allem: warum? Die Österreichische Hoteliervereinigung (ÖHV) hat in ihrer jüngsten Destinationsstudie erstmals die Entwicklung des Umsatzes pro Bett erhoben – anstelle der bloßen Anzahl der Gäste. „Die Steigerung der Nächtigungszahlen kann nicht der einzige Faktor sein, der eine Destination erfolgreich macht“, betonte Marktforscher Klaus Grabler bei der Präsentation der Studie am Dienstag. Das Plus bei Auslastung, Preise und Umsatz pro Bett miteingerechnet, entwickelte sich Zell am See, gefolgt von der Region Wilder Kaiser und Saalfelden/Leogang, zuletzt am dynamischsten. Beobachtet wurde die Veränderung von 2011 auf 2012.

Deutlich schlechter schnitten die Städte ab – sie feiern zwar einen Nächtigungsrekord nach dem anderen, leiden aber unter niedriger Auslastung und geringen Umsätzen pro Bett. Wien etwa verzeichnete zwar 2012 einen enormen Bettenzuwachs, ist aber betreffend Auslastungs- und Umsatzplus pro Bett zurückgerutscht. Die höheren Nächtigungszahlen und Umsätze kommen betriebswirtschaftlich nicht an.

Um wirtschaftlich erfolgreicher zu agieren, hat das dynamisch wachsende Zell am See kräftig in die Infrastruktur investiert und die hochalpine Natur mit einer Erlebniswelt belebt. „Es sind auch neue Produkte dazugekommen – es gibt die Sommerkarte; die hat 2011/12 voll gegriffen“, merkte der scheidende Generalsekretär der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV), Thomas Reisenzahn, an.

In der 2012 am zweitstärksten gewachsenen Region Wilder Kaiser sorgt die Fernsehserie „Bergdoktor“ laut Hoteliervereinigung jährlich für ein Nächtigungsplus von 5 Prozent. „Daran lasse sich erkennen, wie wichtig auch Filmförderung für den Tourismus sei“, sagte der scheidende ÖHV-Präsident Thomas Reisenzahn. Parallel zur gesteigerten Bekanntheit habe das Urlaubsziel auch einen „Qualitätsverbesserungsschub“ hingelegt – viele Drei-Sterne-Hotels wurden zu Vier-Sterne-Häusern. Das Mitarbeiterwachstum betrug dort 8,8 Prozent.

Generell schnitten Tiroler Regionen in der Erhebung recht gut ab: Ebenfalls eine „sehr gute“ Entwicklung legten die Olympiaregion Seefeld sowie Serfaus-Fiss-Ladis hin. Gut sieht es auch in der Region um Innsbruck, in großen Teilen des Unterlandes und in ausgewählten Regionen des Oberlandes aus (siehe Karte). Nur mäßig bis schwach schnitten hingegen unter anderem Osttirol und das Außerfern ab.

Knapp am Siegerpotest der am stärksten wachsenden Ferienziele vorbeigeschrammt ist die Destination Arlberg. Die österreichischen Tourismusbetriebe hätten zwischen 2011 und 2012 insgesamt 7056 neue Arbeitsplätze geschaffen – knapp ein Fünftel davon in den Top-Ten-Wachstumsdestinationen. Im selben Zeitraum sei die Beschäftigung in der Gesamtwirtschaft gesunken. (wer, APA)

- APA



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