Letztes Update am Di, 06.05.2014 06:16

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Landeck

Fischer nehmen Kraftwerk an der Sanna unter die Lupe

In der Sanna finden die Fische zum Teil gute Lebensbedingungen vor. Die Fischereipächter wollen, dass das mit dem Kraftwerk besser wird.



Von Markus Hauser

Pians – Neue Wege der Kommunikation suchen die Betreiber des Projektes „Wasserkraft Sanna“. Laut Projektleiter Hans Bayer führt man mit allen Betroffenen Gespräche. Eine Form ist der Fischerei-Treff, der zum zweiten Mal in Pians abgehalten wurde.

Konkreter Anlass war die Präsentation einer Befischungsaktion von Sanna und Inn durch die Firma „ITS Scheiber Ziviltechniker GmbH“, vertreten durch Traute Scheiber. Diese konnte mit interessanten Zahlen aufwarten. So brachte die elektrische Befischung der Sanna an je ca. 200 m langen Abschnitten ein gutes Ergebnis. „Die Altersstruktur der gefangenen Fische lässt eindeutig den Schluss zu, dass es ein gutes Eigenaufkommen gibt.“ Ein anderes Ergebnis gibt es für den Inn in den Revieren von Landeck und Zams. Während die Situation in Zams noch mit „Gut“ zu beurteilen ist, ist die Lage in Landeck im Bereich „Befriedigend“ anzusiedeln. „In den Revieren Zams und Landeck gibt es kein Eigenaufkommen“, so die Expertin. Welche Relevanz die Befischung für den Kraftwerksbau habe, wollten die Fischer wissen. Dazu Manfred Roner (Infra): „Beim Kraftwerksbau gilt ein Verschlechterungsverbot bzw. auch ein Verbesserungsgebot. Das heißt, der ökologische Zustand eines Gewässers darf nach dem Bau nicht schlechter sein als davor. Bei einem bereits bestehenden schlechten Zustand ist dieser durch den Bau zu verbessern. Im Übrigen gab es im Rahmen der Umweltverträglichkeitserklärung von 22 beauftragten Gutachtern im Bereich Gewässerökologie keine einzige K.-o.-Bewertung. Alles ist machbar.“

Für Andreas Egger, den Bewirtschafter des Pianner Fischerei-Reviers, klingen diese Versprechungen zwar schön, doch er bleibt skeptisch. Egger, der dank eigener Messungen über die Wassermenge und die Wasserqualität „seiner Sanna“ bestens Bescheid weiß, gibt sich kämpferisch, geht es ihm letztlich um die Restwassermenge. Sollten Wassertiefen, Fließgeschwindigkeit, Wasserqualität, Durchlässigkeit, sprich die ökologischen Qualitäten, nicht stimmig sein, werde er auf die Barrikaden steigen. „Aktuell ist die Sanna teilweise ein hart verbauter Kanal, der Auftrag wäre, die Situation zu verbessern und sich nicht in Abhängigkeiten drängen zu lassen“, fordert Egger. Zum Thema Abhängigkeiten ließ BM Peter Rauchegger wissen: „Ich sehe es als Vorteil für unsere Gemeinde, beim Projekt beteiligt zu sein, denn so sind wir bei den Entscheidungsprozessen eingebunden und können Einfluss nehmen.“ Einen Qualitätsverlust durch den Kraftwerksbau befürchten auch die Land­ecker Fischer, denen eine Befischungsaktion zu wenig ist.

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