Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 27.04.2015


Standort Tirol

Radsport als Tourismusmotor

Die Dolomitenradrundfahrt wird zum 2. Mal um einen Extrem-Radmarathon ergänzt.

© BlassnigThomas Santler vom Hauptsponsor Brau Union, LRC-Obmann Franz Theurl und Stellvertreter Rudi Neumayr freuen sich auf die 28. Dolomitenradrundfahrt und ihre Extremvariante Super GiroDolomiti (v. l.).Foto: Blassnig



Lienz – Eines der ältesten und bekanntesten Radrennen Österreichs ist die Dolomiten­radrundfahrt. 2500 Starter aus ganz Europa werden auch heuer zu dem Bewerb erwartet, der 1952 zur 700-Jahr-Feier der Stadt Lienz das erste Mal ausgetragen wurde. „Die 28. Auflage am 14. Juni verspricht wieder eine großartige Sportveranstaltung für Zaungäste, Tretbegeisterte und ambitionierte Fahrer zu werden“, ist Franz Theurl vom Langlauf- und Radsportclub Lienzer Dolomiten sicher.

Dem internationalen Trend nach immer extremeren Bewerben folgend setzt man seit 2014 auf ein zweites Rennen, das die bekannte Strecke um Pässe in Friaul und Kärnten erweitert. Während die 112 Kilometer lange Classic-Strecke über Kötschach-Mauthen in das Lesachtal und über den Kartitscher Sattel geführt wird, wählen die Teilnehmer des „Super GiroDolomiti“ den harten Anstieg auf den Plöckenpass. Es folgen nach Etappen durch Paluzza und Paularo der Lanzenpass und der Nassfeldpass, bevor man zurück in Kötschach ebenfalls die Classic-Strecke zum Start- und Zielort Lienz antritt.

„Anspruchsvollste Steigungen und Abfahrten über eine bewundernswert schöne Alpenstrecke, die entlang der Strecke mit dem Flair des Giro d’Italia aufwarten kann“, kommt Theurl ins Schwärmen. „Auf italienischer Seite werden Veranstalter und Sportler von der Politik, den Behörden und der Bevölkerung empfangen, dass es eine Freude ist.“

Der Super GiroDolomit­i verdoppelt die Länge der Classic-Strecke und übertrifft deren gefahrene Höhenmeter mit 5234 Metern fast um das Dreifache. Theurl: „Internationale Medien und Spitzensportler bezeichnen das Rennen als den schönste­n und zugleich schwersten Maratho­n der Alpen.“

Für ihn hat der Radsport eine zunehmend touristische Bedeutung, da alle Profifahrer für etwa eine Woche im sonst spärlich gebuchten Juni Unterkünfte beziehen würden. Von 1000 Startplätzen für den Super GiroDolomiti seien bereits 640 vergeben. „Heute ist man bei solchen Veranstaltungen auch wetterabhängiger. Viele warten mit ihrer Zusage bis zwei, drei Wochen vor dem Bewerb die Langzeitprognosen ab.“ Die Radfahrerfrequenz in Paularo habe sich nicht zuletzt durch Trainingsaufenthalte verzehnfacht, habe der Bürgermeister berichtet.

Die Kosten für beide Bewerbe beziffert Theurl mit rund 120.000 Euro. „Die Hälfte davon bestreiten die Sportler mit dem Startgeld.“ Die guten Beziehungen zwischen Tirol, Kärnten und Friaul gelte es weiter zu verstärken, sagt Theurl. „Dem Sport folgt die Wirtschaft.“ Mit dem Super GiroDolomiti habe man ein Ass im Ärmel, das schon in wenigen Jahren zum Selbstläufer und Frequenzbringer für die benachbarten Regionen werden könne. (bcp)