Letztes Update am Mi, 29.04.2015 05:02

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Tirol

Kristallwelten wollen 850.000 Besucher im Jahr

Größer, funkelnder und noch faszinierender wollen sich die kräftig erweiterten Swarovski Kristallwelten ab Donnerstag den Besuchern zeigen.

© Andreas RottensteinerStefan Isser, Carla Rumler, Nadja Swarovski und Markus Langes-Swarovski (v.l.) bei der Pressekonferenz anlässlich der Wiedereröffnung der Kristallwelten in Wattens.



Wattens – Einen Aufbruch in eine „neue Epoche des Staunens“ kündigten gestern Markus Langes-Swarovski und Nadja Swarovski, beide Ururenkel von Daniel Swarovski (hatte 1895 das Unternehmen in Wattens gegründet), an. Zum 120-Jahr-Jubiläum machte sich der Tiroler Kristall-Weltkonzern wie schon zum 100. Geburtstag selbst ein besonderes Geschenk: Damals, im Jahr 1995, wurden die Kristallwelten eröffnet, die seither insgesamt mehr als 12 Millionen Besucher angelockt haben. Jetzt wurden die Kristallwelten um gleich 34 Mio. Euro kräftig ausgebaut und mit einer ganzen Reihe neuer Attraktionen ausgestattet.

Die Fläche der Kristallwelten wurde in den letzten eineinhalb Jahren von 3,5 auf 7,5 Hektar mehr als verdoppelt. Rund um die „Ikone des Riesen“ schufen die Architekten eine Parklandschaft mit Kunstinstallationen und neuen Attraktionen. Das Herzstück des neuen Gartens bildet die neue, spektakuläre Kristallwolke, entworfen vom amerikanisch-französischen Künstlerduo Cao Perrot. Das 1400 Quadratmeter große Werk besteht aus rund 800.000 handgesetzten Kristallen und schwebt förmlich über dem schwarzen Spiegelwasser.

Eine weitere Attraktion stellt der so genannte Spielturm dar. Auf vier übereinander angeordneten Ebenen können sich die Kinder künftig spielerisch austoben. Ebenfalls neu ist das Café & Restaurant am Areal, das sich als lichtdurchfluteter Pavillon präsentiert.

Auch mit fünf neu gestalteten Wunderkammern warten die Kristallwelten im „Riesen“ auf. Hand angelegt haben Künstler und Designer wie Lee Bul, Tord Boontje, Frederikson Stallard oder Studio Job. Boontje beispielsweise entwarf mit 150.000 funkelnden Kristallen eine romantische Winterlandschaft.

Man habe eine „kristalline Atmosphäre im Außenbereich“ geschaffen, zeigte sich Kristallwelten-Geschäftsführer Stefan Isser mehr als zufrieden. Die Kristallwelten würden mit der Erweiterung die „Komfortzone verlassen“ und seien den „Weg der verschlungenen Pfade“ gegangen. Isser erwartete sich eine Steigerung der Besucherzahl von zuletzt etwa 600.000 bis 650.000 im Jahr auf rund 800.000 bis 850.000. Auch die Aufenthaltsdauer der Gäste soll sich von eineinhalb auf vier Stunden erhöhen.

Seit der Eröffnung im Jahr 1995 entwickelten sich die einst von André Heller konzipierten, den historischen Kunst- und Wunderkammern nachempfundenen Kristallwelten zu einem wahren Publikumsmagneten, dem zweitgrößten Österreichs nach Schloss Schönbrunn.

Die Besucher kommen aus über 60 Nationen, die Beschäftigten in den Kristallwelten aus 30 Nationen. Laut Isser ist es das erklärte Ziel, neben der Erhöhung der Besucherzahl auch die durchschnittliche Verweildauer von eineinhalb bis zwei auf vier Stunden zu erhöhen. (va)

Umsatzplus zum Jubiläum

Nach sieben wirtschaftlich schwierigen Jahren, in denen auch die Kosten und damit der Personalstand in Wattens deutlich gesenkt werden mussten, sehen Markus Langes-Swarovski und Nadja Swarovski mit Optimismus in die Zukunft.

In den ersten vier Monaten legte Swarovski im Jubiläumsjahr (120 Jahre nach der Gründung) zweistellig zu, auch dank des schwachen Euro. Auch wenn man bei Prognosen sehr vorsichtig sein müsse, hält Langes-Swarovski auch fürs Gesamtjahr ein Plus jenseits der 10 Prozent für möglich. Sollte sich die Entwicklung der ersten Monate fortsetzen, könnte es heuer ein „sehr, sehr erfolgreiches Jahr“ für Swarovski werden. Alle Bereiche laufen gut, auch das wegen der Billigkonkurrenz aus China in den letzten Jahren unter Druck geratene Komponentengeschäft.

Im Jahr 2014 hatte Tirols größter Industriekonzern insgesamt 3,05 Mrd. Euro umgesetzt und eine Steigerung von 1,6 Prozent erreicht. Swarovski hat weltweit mehr als 25.000 Mitarbeiter (inklusive Tyrolit und Swarovski Optik) und 2560 Geschäfte in 170 Ländern.

Wattens bleibe das Hirn und Herz des Unternehmens. In den nächsten Jahren sollen 90 Mio. Euro in den Ausbau der Produktion investiert werden. Es entstünden auch ein Gründerzentrum und eine Kristall-Manufaktur. Zurzeit arbeiten 4800 Mitarbeiter in Wattens (in Spitzenzeiten waren es 6700). Langfristig rechne er damit, in Wattens wieder rund 5000 Mitarbeiter zu beschäftigen, so Langes-Swarovski.

Nadja Swarovski setzt auch weiterhin auf glänzende Swarovski-Auftritte in Mode, Film (zuletzt etwa in „Cinderella“), Schmuck, Architektur und Design. „Vieles, was Swarovski kann, können die Chinesen nicht.“ (va)