Letztes Update am So, 10.05.2015 11:26

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Unternehmen

Modekette Primark will nur mit schwarzen Zahlen wachsen

Die Billig-Modekette Primark setzt statt schneller Expansion international eher auf langsames Wachstum. Sie gehörten nicht zu den Unternehmen, die in den ersten Jahren Verluste einkalkulierten, sagte Primark-Manager Paul Lister

Bei der Eröffnung des Primark-Diskonters 2012 in Innsbruck war der Anstrum groß.

© TT/Thomas BöhmBei der Eröffnung des Primark-Diskonters 2012 in Innsbruck war der Anstrum groß.



Berlin – Für ein ambitioniertes Unternehmen ist es eine ungewöhnliche Strategie: Die Billig-Modekette Primark will statt schneller Expansion international lieber langsam wachsen. Sie gehörten nicht zu den Unternehmen, die in den ersten Jahren Verluste einkalkulierten, sagte Primark-Manager Paul Lister der Deutschen Presse-Agentur. „So machen wir es nicht. Wir wollen vom ersten Tag an profitabel sein.“

Vor fünf Jahren eröffnete die Billig-Modekette die erste Filiale in Deutschland. Seit Anfang an laufe das Geschäft dort profitabel. Primark schreibe schwarze Zahlen, sagte Deutschlandchef Wolfgang Krogmann. Inzwischen gibt es bundesweit 18 Läden mit rund 6.000 Mitarbeitern. Die Kette unterhält auch in Österreich drei Niederlassungen, davon eine in Innsbruck.

In den kommenden Monaten sollen zwei bis vier neue Filialen dazukommen. Ziel sei ein langsames, gesundes Wachstum, sagte Krogmann. „Finanziell sind wir ein konservatives Unternehmen. Wir müssen Geld verdienen.“

Primark investiere vor allem „in Dinge, die bereits funktionieren“, betonte Lister. Als nächstes jedoch will die Modekette den Sprung über den Teich wagen und im September die ersten beiden Filialen in den USA eröffnen.

Probleme macht Primark wie der ganzen Branche der schwache Euro. Weil in den oft asiatischen Einkaufsländern in US-Dollar gehandelt wird, schlägt die Abwertung der europäischen Währung voll durch. T-Shirts oder Jeans würden deshalb aber nicht teurer, versprach Lister. „Wir planen langfristig, es geht nicht um kurzfristigen Profit.“ Derzeit kostet das günstigste T-Shirt bei Primark 2,50 Euro.

Beim Verkauf will Primark weiterhin konservativ auf Geschäfte in Shoppingzentren und Fußgängerzonen setzen. Einen Internetshop wird es weiterhin nicht geben. „Wir wollen investieren und sicherstellen, dass wir tolle Läden haben“, betonte Lister.

Primark ist eine Tochter des börsennotierten britischen Mischkonzerns Associated British Foods (ABF). Nach einem starken Wachstum ist das irische Unternehmen inzwischen mit einem Umsatz von 4,95 Mrd. Pfund (2014, rund 6,7 Mrd. Euro) die größte Sparte des überwiegend in der Ernährungsbranche tätigen Mutterkonzerns. Zu ABF gehören auch die Teemarke Twinings und das aus der Schweiz stammende Malzgetränk Ovomaltine. Allein bei Primark sind in neun Ländern rund 54.000 Mitarbeiter beschäftigt, in Deutschland gibt es bisher 18 Filialen. Die Gewinnmarge liegt bei 13,4 Prozent. (APA/dpa, TT.com)