Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 10.07.2017


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Service-Gebühr bei Airbnb wirft Fragen auf

Unterschiedlich hohe Servicegebühren für ein und dieselbe Buchung verwundert Airbnb-Vermieter, auch Experte ist erstaunt. Airbnb schweigt.

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Von Max Strozzi

Innsbruck – Die bei Touristikern umstrittene Wohnungsvermietungs-Plattform Airbnb sorgt nun auch bei Airbnb-Vermietern selbst für Verwirrung. Es geht um die Servicegebühr, die Airbnb von den Vermietern einbehält. Mehrere Verrechnungsbeispiele, die ein Vermieter der TT zugesandt hat, zeigen zwei unterschiedlich hohe Brutto-Gebühren für ein und dieselbe Buchung: eine höhere auf dem Buchungsbeleg, eine etwas niedrigere auf der für die Vorsteuer-Rückerstattung nötige Gastgeberrechnung. Beim Vermieter wirft es die Frage auf, ob Airbnb mitunter zu viel Servicegebühr einbehält und wie Airbnb die Differenz steuerlich behandelt.

Bei jeder abgeschlossenen Buchung stellt Airbnb dem Vermieter eine Servicegebühr in Rechnung, laut Angaben auf der Airbnb-Homepage beläuft sie sich auf drei bis fünf Prozent des Buchungsbetrags. Diese Gebühr behält die Plattform vom Betrag, den der Gast zahlt und den Airbnb an die Vermieter überweist, direkt ein.

In mehreren, der TT dargelegten Fällen sind es stets ganzzahlige Bruttobeträge, die Airbnb als Service-Gebühr von den Vermietern einbehält, also beispielsweise 4 Euro, 6 Euro 8 Euro etc. In den entsprechenden Umsatzssteuerrechnungen dagegen, die Airbnb den Gastgebern ausstellt, damit diese die Vorsteuer geltend machen können, wies die Plattform – zumindest in den vorliegenden Beispielen – eine niedrigere Servicegebühr aus. Konkret lag sie brutto stets um ca. 30 bis 50 Cent unter der einbehaltenen Gebühr, also z. B. bei 7,50 Euro statt der einbehaltenen 8 Euro. Das ist zwar ein verschwindend geringer Betrag, der sich aber bei der Menge an Buchungen summieren könnte, sofern es sich nicht um Einzelfälle handelt.

Auf eine schriftliche Anfrage der TT gab es seitens Airbnb keine Reaktion. Interessant wäre etwa, aus welchem Grund eine höhere Servicegebühr eingehoben als in der Umsatzsteuerrechnung ausgewiesen wurde und wie diese Differenz steuerlich behandelt wurde. Ein Steuerexperte, der nicht genannt werden will, zeigt sich gegenüber der TT ob der Verrechnungsweise jedenfalls überrascht. Schließlich solle der Bruttobetrag der einbehaltenen Servicegebühr deckungsgleich mit jenem sein, den Airbnb in der Umsatzssteuerrechnung an die Vermieter ausweist. Seitens des Finanzministeriums hieß es, man könne sich zu konkreten Fällen nicht äußern.

Im vergangenen Jahr hat Airbnb nach früheren Angaben eigenen rund 500.000 Gästeankünfte in Österreich verzeichnet und rund 400.000 Reisen aus Österreich vermittelt. Ende 2016 waren knapp 17.000 Unterkünfte in Österreich über die Airbnb-Plattform verfügbar, Hunderte davon auch in Tirol.




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