Letztes Update am Fr, 01.09.2017 07:54

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Nach Gerichtsurteil

Negativzinsen: Banken zahlen 360 Millionen Euro an Kunden zurück

Zu hoch verrechnete Kreditzinsen müssen zurückgezahlt werden. Bis Ende des Jahres soll das Geld fließen.

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Wien/Alpbach – Die heimischen Banken müssen nach entsprechenden OGH-Urteilen fälschlicherweise zu hoch verrechnete Kreditzinsen zurückzahlen. Es geht für alle betroffenen Institute laut APA-Informationen um insgesamt 360 Mio. Euro. Dem Vernehmen nach dürften an die 150 Mio. Euro noch zurückzustellen sein. Bis Jahresende sollen alle Kreditnehmer die Gelder zurückerhalten haben, wird versprochen.

Banken, FMA- und Notenbank-Vertreter beruhigten am Rande des Forum Alpbach auf Nachfrage – die Institute werden diese Summe heben, auch wenn sie schmerze.

Laut Bankenvertretern gab es nie die Intention oder Zweifel daran, dass die Banken das Geld nicht zurückerstatten werden. „Davor wollte sich keine Bank drücken“, sagte ein Insider in Richtung Konsumentenschützer, die das zum Teil im Sinne von Verjährungsfristen befürchtet hatten. „Es wurde nie auf Verjährung gespielt“, betonte ein anderer Banker.

Seit dem zweiten Quartal 2015 gibt es Negativzinsen im Bankensektor. Aus Sicht des OGH haben die Banken seit damals bei variabel verzinsten Krediten die negativen Zinsen nicht ordnungsgemäß an diese Kreditnehmer weitergegeben.

Rechenbeispiel: Für einen privaten 100.000 Euro Wohnbaukredit bekommt man überschlagsmäßig gerechnet – seit Beginn der Negativzinsen, die die Banken aus OGH-Sicht nicht ordnungsgemäß weiterverrechnet hatten –, etwas mehr als 700 Euro zurück. (APA)