Letztes Update am Di, 10.10.2017 18:04

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Deutschland

Lufthansa und Piloten unterzeichnen langfristige Tarifverträge

Beide Seiten unterzeichneten am Dienstag entsprechend der Grundsatzeinigung vom März Verträge zu allen offenen Themen. Die Personalkosten im Cockpit sollen insgesamt um 15 Prozent sinken.

© dpa/Frank Rumpenhorst(Symbolbild)



Frankfurt – Die Lufthansa hat ihren Tarifstreit mit der Pilotengewerkschaft Cockpit beigelegt. Beide Seiten hätten am Dienstag entsprechend der Grundsatzeinigung vom März Verträge zu allen offenen Themen unterzeichnet, teilte die Fluggesellschaft mit. „Damit haben die Sozialpartner einen langfristigen Tariffrieden erreicht.“

Unter anderem seien neue Vergütungs- und Manteltarifverträge sowie Verträge zur Alters- und Übergangsversorgung mit einer Laufzeit bis mindestens Juni 2022 geschlossen worden. Die Lufthansa spare damit 15 Prozent der Personalkosten im Cockpit ein. So könnten nun wieder Nachwuchspiloten bei Lufthansa, Lufthansa Cargo und Germanwings eingestellt werden. Die Einigung stehe unter dem Vorbehalt, dass die Gewerkschaftsmitglieder sie in einer Urabstimmung billigten.

„Über 860 Nachwuchsflugzeugführer eingestellt“

„Das Paket ist ein Schritt hin zu einer neuen Tarifpartnerschaft“, erklärte auch die Vereinigung Cockpit. „Wir freuen uns, dass nun auch die über 860 Nachwuchsflugzeugführer, die seit Jahren auf einen Cockpitarbeitsplatz warten, endlich eingestellt werden.“

Nach der Vereinbarung sollen die rund 5400 Flugzeugführer der Kernmarke Lufthansa, Lufthansa Cargo und Germanwings im Schnitt mit 60 und damit zwei Jahre später als bisher in den Vorruhestand wechseln können und müssen künftig selbst das Zinsrisiko ihrer Betriebsrenten tragen. Zudem wurden Gehaltssteigerungen von insgesamt 10,3 Prozent bis zum Juni 2022, eine Einmalzahlung von 1,8 Monatsgehältern sowie mehr als 700 Neueinstellungen zu den Bedingungen des Konzerntarifvertrags (KTV) vereinbart.

Lufthansa hat sich verpflichtet, bis Ende 2022 mindestens 325 Flugzeuge mit KTV-Piloten zu besetzen. Diese sind tariflich bessergestellt als ihre Kollegen bei anderen Gesellschaften des Lufthansa-Konzerns.

Die Einstiegs- und möglichen Endvergütungen für die Piloten orientierten sich am vorherigen Niveau, berichtete die Lufthansa. Insgesamt sollen die Personalkosten im Cockpit aber um 15 Prozent sinken. Allein die Umstellung der Pensionszahlungen entlaste den Konzern um einen hohen dreistelligen Millionenbetrag. (APA/Reuters/dpa)