Letztes Update am Do, 12.10.2017 09:20

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Pelzfreie Mode

Kein Pelz mehr bei Luxusmodelabel Gucci

Bereits die kommende Frühjahrskollektion soll pelzfrei sein. Die Restbestände werden zugunsten des Tierschutzes versteigert.

© pixabayAn dem Frühjahr verzichtet das Luxuslabel Gucci auf Pelz.



London – Das italienische Modehaus Gucci hat Pelzmode aus seinem Sortiment verbannt. Der Verzicht auf die Verarbeitung von Tierfellen werde ab der kommenden Frühjahrskollektion gelten, kündigte Gucci-Chef Marco Bizzarri am Mittwoch in London an. Die Altbestände an Pelzmode sollten auf einer Wohltätigkeitsauktion versteigert werden.

Der Erlös werde an die Tierschutzorganisationen Humane Society International (HSUS) und Lega Anti Vivisezione (LAV) gespendet. Gucci wolle mit dem Pelzverzicht demonstrieren, „dass Nachhaltigkeit ein Kernbestand unseres Geschäfts“ sei, sagte Bizzarri. Der Luxuskonzern werde zudem dem Fur Free Retailer Programm beitreten, das Händler kennzeichnet, die sich zum Pelzverzicht verpflichten.

Nerz, Kojote, Marderhund, Fuchs, Kaninchen und Karakulschaf sucht man beim Luxuslabel nun vergebens.

Tierschützer zeigten sich erfreut über die Entscheidung. Dass der renommierte italienische Konzern auf Pelz verzichte, werde „in der gesamten Modewelt Wellen schlagen“, erklärte die Präsidentin der Humane Society International, Kitty Block. „Der Pelzverzicht von Gucci ist wirklich bahnbrechend.“

„fur free retailer“ revolutioniert die Modebranche

Das Programm „fur free retailer“ vernetzt weltweit Unternehmen, die auf Pelz verzichten, mit Konsumenten, die ökologisch und ethisch unbedenkliche Ware kaufen wollen. 40 führende Tier- und Umweltschutzorganisationen machen sich unter dem Namen Fur Free Alliance für diese Initiative in 20 Ländern der Welt stark. Aktuell sind 814 Unternehmen Mitglied der „fur free retailers“, darunter große Ketten wie H&M, Zara, C&A, aber auch Online-Händler wie Zalando und große Modelabels wie Armani, Hugo Boss, Stella McCartney und nun auch Gucci. Weitere Infos: www.furfreeretailer.com>

„Anstatt Echtpelz aus Tierquälerei wünschen sich moderne Konsumenten heute auch in diesem Bereich Nachhaltigkeit und Innovation. Wir sind zuversichtlich, dass die grandiose Entscheidung von Gucci unter führenden High Fashion Unternehmen viele Nachahmer finden wird, die in der Vergangenheit ein wichtiges Absatzsegement für die Pelzindustrie dargestellt haben“, meint Thomas Pietsch, Experte für Wildtiere bei Vier Pfoten.

Im vergangenen Jahr hatte bereits das Modehaus Armani angekündigt, keine Pelze mehr zu verarbeiten.

Laut Vier Pfoten werden jährlich mehr als 100 Millionen Tiere von der Pelzindustrie getötet. Dafür würden Tiere wie Nerze, Marder oder Füchse in winzigen Maschendrahtkäfigen auf Pelzfarmen gehalte. Außerdem kritisiert der Verein, dass bei der Verarbeitung der Pelze eine „hohe Mengen an gefährlichen Chemikalien und ein hoher Energieverbrauch“ benötigt würde. (TT.com/ APA/AFP)