Letztes Update am Di, 02.01.2018 20:24

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Niki-Insolvenz

Insolvenzverwalter: Fairplane-Beschwerde gefährdet Niki-Verkauf

Bei einem neuen Investorenprozess könnten die Luftfahrtrechte auslaufen und das Geld für den laufenden Betrieb fehlen.

© MurauerSymbolbild



Schwechat – Die Beschwerde des Fluggastrechte-Portals Fairplane gegen das Insolvenzverfahren der insolventen Air-Berlin-Tochter Niki sorgt beim Masseverwalter für Unverständnis. „Wenn die Beschwerde gegen das Insolvenzverfahren in Deutschland Erfolg hat, gerät die Rettung von Niki insgesamt in Gefahr“, sagte ein Sprecher des vorläufigen Insolvenzverwalters Lucas Flöther am Dienstagabend zur APA.

Fairplane hat heute, Dienstag, eine Beschwerde am Amtsgericht Charlottenburg in Berlin eingebracht. Das Amtsgericht soll nun über die Rechtssache in den nächsten Tagen entscheiden. Der Niki-Insolvenzverwalter sieht zwei Gefahren durch die Beschwerde: „Es besteht nun ein Risiko, dass die luftfahrtrechtlichen Genehmigungen auslaufen, wenn ein neuer Investorenprozess aufgesetzt werden muss“, sagte der Sprecher. Außerdem benötige Niki Geld für die Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebs, das dann vermutlich nicht mehr zur Verfügung stehen würde. Die zur British-Airways-Mutter IAG gehörende spanische Billigflieger Vueling will große Teile von Niki für 20 Millionen Euro übernehmen. Für die Zeit bis zur Übernahme hat sich IAG bereit erklärt, Niki mit bis zu 16,5 Mio. Euro unter die Arme zu greifen.

Das Amtsgericht Charlottenburg hatte sich Mitte Dezember für das Insolvenzverfahren zuständig erklärt, obwohl die Air-Berlin-Tochter Niki ihren Unternehmenssitz in Wien hat. Es sei maßgeblich, in welchem Staat sich der Mittelpunkt der hauptsächlichen Interessen der Schuldnerin befindet, argumentierte damals das Amtsgericht.

Außerdem hat Fairplane einen Insolvenzantrag gegen Niki vor dem Landesgericht Korneuburg (NÖ) eingebracht, schreibt der „Kurier“ (Mittwochausgabe). Ein Konkursverfahren in Österreich erleichtere die Durchsetzung der Ansprüche von Tausenden geschädigten Passagieren und gewährleiste ein Verfahren abseits der Interessen der Muttergesellschaft Air Berlin in Deutschland, argumentiert Fairplane. Das Gericht hat noch nicht entschieden. (APA)