Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 01.05.2018


Österreich

Rosenberger will sich Gastro-Anbietern öffnen

© RosenbergerKünftig sollen Kunden an den Rosenberger-Autobahnraststätten unter mehreren Gastro-Anbietern auswählen können. Auch mit einer Preisoffensive will die Gruppe punkten.



Seit Kurzem sind die Autobahnraststätten Rosenberger zu einem erheblichen Teil unter der Führung der in Kitzbühel wohnhaften Familie Wollner. Im Zuge der Umwälzungen hat nun die bisherige Marketingverantwortliche Jutta Wollner als COO die operativen Geschicke der Rosenberger-Restaurants und -Hotels übernommen. 16 von 18 Rosenberger-Restaurants werden an Autobahnraststätten betrieben. „Wir wollen das verstaubte Image abschütteln und uns ein modernes Image verpassen", sagt Wollner im TT-Gespräch. Der Umsatz der Rosenberger Restaurants GmbH — neben den Restaurants sind darin noch 3 Seminar-Hotels, 16 Shops und 6 Tagungszentren gebündelt, nicht aber die 11 Tankstellen — war von 2012 bis 2016 von 41 Mio. Euro auf 35 Mio. Euro gesunken, 2016 schrieb die Restaurants GmbH 2,3 Mio. Euro Verlust.

Die Vision für die Autobahn-Raststätten sei nun „ein neues Food-Konzept mit mehreren Gastronomie-Anbietern an einem Ort", erklärt Wollner. So sollen künftig an den Rosenberger-Raststätten neben den firmeneigenen Restaurants auch beispielsweise die im Vorjahr angekündigten Burger-King-Filiale­n oder auch andere Anbieter einziehen. Die Standorte müssten dafür aber nicht größer werden, sagt Wollner. Das derzeitige Konzept stamme noch aus dem Jahr 1972 — die Gebäude seien nun aber zu groß für ein einziges Restaurant. Was den Start der Burger-King-Filialen an 12 Rosenberger-Standorten betrifft, sei man noch in Verhandlungen.

Die Managerin will auch das Image einer teuren Raststätte abschütteln. „Bisher sind Raststätten als hochpreisig empfunden worden, auch weil Sprit an der Autobahn deutlich teurer ist", sagt Wollner. Die jüngst lancierte Kaffeepreissenkung und Qualitätssteigerung zeige aber bereits Wirkung. „Künftig wollen wir auch die Preise für alkoholfreie Getränke senken", kündigt die Wahltirolerin an. Zudem würden Kinder bis 12 Jahr­e in den Rosenberger-Raststätten bereits gratis essen, wenn ein Erwachsener eine Mahlzeit konsumiert. Neue Standorte an Autobahnen werde es nicht geben. „Der Platz ist voll."

Schwierig sei es, Mitarbeiter zu finden. Zum einen liege es an der Öffnungszeitenpflicht, die die Asfinag vorgebe. „Wir müssen dadurch viele Schichten in den vorgegeben Öffnungszeiten besetzen, und zwar auch in der toten Nebensaison", schildert Wollner. Die Lehrlingssuche gestalte sich besonders problematisch, weil man einen Führerschein benötige, um zum Arbeitsplatz zu gelangen.

Wachsen wolle Rosenberger auch mit den „First"-Restaurants abseits der Autobahn. Derzeit werden zwei betrieben — je eines in Wien und in Salzburg. Details dazu nannte sie nicht. Die Rosenberger-Gruppe — inklusive der Tankstellen — beschäftigt 800 Mitarbeiter. (mas)