Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom So, 20.05.2018


Unternehmen

Otto will der Umwelt zuliebe Rücksendungen reduzieren

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Hamburg – Auch eine hohe Rücksendequote von Bestellungen kann zur Belastung für die Umwelt werden, argumentiert Greenpeace. Hin- und Herschicken könnte die Umweltbilanz der Einkäufe im Netz am Ende durchaus verhageln. Unternehmen und Umweltschützer sind aber immer noch uneins darüber, welche Art des Einkaufens besser für die Natur ist. Eine Studie im Auftrag von Otto ergab, dass Online-Shopping trotz Retouren insgesamt weniger klimaschädlich sei, als mit dem Auto einzukaufen – jedenfalls was die Transportbilanz angeht. Greenpeace meint dagegen, man könne nicht pauschal bewerten, ob der Online-Handel umweltfreundlicher ist. Es mache etwa einen deutlichen Unterschied aus, ob der Einkauf sonst mit Fahrrad oder Auto erledigt würde. „Wenn ich nur für eine Besorgung mit dem eigenen Auto in die Stadt fahre, wäre es besser, online zu bestellen“, sagt Greenpeace-Verkehrsexperte Benjamin Stephan.

Das Rücksendezentrum im Hamburger Stadtteil Bramfeld gehört zu den größten Europas. Die Otto-Tochter übernimmt unter anderem alle Rücksendungen für den gleichnamigen Versandhändler. Bis zu 50 Millionen Artikel würden hier jährlich abgewickelt, täglich könnten es bis zu 200.000 sein. Um die Zahl der Retouren zu senken, hat Otto vor einiger Zeit verschiedene Maßnahmen eingeführt. So werde der Kunde etwa mit einem Hinweis „der Umwelt zuliebe“ auf unnötige Rücksendungen aufmerksam gemacht, sobald er das gleiche Kleidungsstück in drei oder mehr Größen in den Warenkorb lege. „Wir können zwar noch keine konkreten Zahlen nennen, aber können bereits sagen, dass wir die Retourenquote signifikant senken konnten“, sagt Otto-Sprecher Frank Surholt. Zusätzlich setze der Konzern auf möglichst detaillierte Angaben zu den Produkten sowie Kundenbewertungen, die mithilfe von künstlicher Intelligenz verschlagwortet werden und so helfen sollen, bereits am Bildschirm die passende Größe zu finden.

Der Konzern spart durch solche Maßnahmen neben unnötigen Kilometern auch bares Geld: Jeder Artikel in der Retoure koste allein am Standort rund einen Euro, sagt der Chef des Hamburger Retourenbetriebs, Olaf Wallace. Dabei seien die Transportkosten noch nicht inbegriffen. (APA, dpa)