Letztes Update am Fr, 07.12.2018 15:04

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Österreich

Vier Tirol-Standorte: Raststätten-Kette Rosenberger insolvent

Die Raststätten-Kette Rosenberger stellt am Montag den Antrag auf Eröffnung eines Sanierungsverfahrens. In Tirol sind vier Standorte mit 70 Mitarbeitern betroffen. Sie werden von der Arbeiterkammer beraten.

Das Rosenberger-Restaurant in Innsbruck Ampass.

© Vanessa Rachlé / TTDas Rosenberger-Restaurant in Innsbruck Ampass.



Loosdorf – Der Raststättenbetreiber Rosenberger mit Sitz in Loosdorf (Niederösterreich) ist pleite und hat angekündigt, am Montag beim Landesgericht St. Pölten einen Antrag auf Eröffnung eines Sanierungsverfahrens zu stellen. Das Unternehmen mit chinesischen Eigentümern betreibt Raststätten und Seminarzentren an 17 Standorten in Österreich und beschäftigt je nach Saison 600 bis 800 Mitarbeiter. In Tirol gibt es vier Rosenberger-Standorte: Vomp, Ampass, Pettnau und Brenner – insgesamt arbeiten dort 70 Mitarbeiter.

Trotz intensiver Verhandlungen mit der Hausbank seien benötigte Kreditlinien für das Unternehmen überraschend nicht freigegeben worden, weshalb man nun einen Antrag auf Eröffnung eines Sanierungsverfahren stellen müsse, hieß es heute (Freitag) auf Anfrage der APA. Oberstes Ziel sei es nun, das Unternehmen zu sanieren, die Arbeitsplätze zu sichern und eine nachhaltige Lösung für den Fortbestand der Rosenberger-Gruppe zu ermöglichen.

Einige Hundert Beschäftigte bekamen kein Gehalt

Laut AK Niederösterreich haben einige Hunderte Beschäftigte bereits ihr Novembergehalt nicht bekommen. Die Arbeiterkammer will in allen Rosenberger-Filialen Infoveranstaltungen organisieren, kündigte AKNÖ-Präsident Markus Wieser an. Laut einem Bericht des Standard konnte auch ein größerer Lieferant nicht bezahlt werden.

Der Kreditschützer Gerhard Weinhofer vom Verein Creditreform bezifferte im Ö1-“Mittagsjournal“ die Verbindlichkeiten von Rosenberger mit rund 12 Mio. Euro. Ob es ein Konkursverfahren oder ein Sanierungsverfahren geben wird, sei noch offen.

Die Rosenberger-Unternehmensgruppe besteht aus der Rosenberger Tankstellen GmbH und der Rosenberger Restaurant GmbH, die jeweils 100-prozentige Töchter der Rosenberger Holding GmbH sind. Die drei Gesellschafter dieser Rosenberger Holding GmbH sind nach Unternehmensangaben Jiang Haiping, Liu Xudon und Liu Wen-Yi.

Im April dieses Jahren hatten die chinesischen Eigentümer insgesamt 30 Prozent der Anteile an Thomas und Jutta Wollner übertragen. Ende Juni schied Rosenberger-Geschäftsführer Thomas Wollner jedoch aus dem Unternehmen aus, weil „die Anforderungen der Eigentümer hinsichtlich nachhaltiger Sanierung nicht erfüllt werden konnten“. Die an Wollner zuvor übertragenen Anteile wurden wieder an die chinesischen Eigentümer zurückgegeben. Jutta Wollner folgte ihrem Ehemann Thomas Wollner als Geschäftsführerin nach.

Zunächst nur Rosenberger Restaurant GmbH betroffen

Rosenberger betreibt neben Raststätten und Restaurants auch Shops, Hotels und Tankstellen an 17 Standorten in Österreich. Firmensitz ist im niederösterreichischen Loosdorf.

Laut KSV1870 ist von der Insolvenz zunächst nur die Rosenberger Restaurant GmbH betroffen, in weiterer Folge werde geprüft werden müssen, ob auch die anderen Unternehmen der Gruppe und die Holding in die Insolvenz gehen.

2017 erzielte die Rosenberger Restaurant GmbH einen Umsatz von 33,4 Mio. Euro und wies unterm Strich einen Gewinn von 6,25 Mio. Euro aus, geht aus dem „Wirtschaftskompass“ hervor.

AK Tirol übernimmt Beratung der Beschäftigten

Die an den vier Tiroler Standorten betroffenen 70 Mitarbeiter werden von der Arbeiterkammer beraten. „Wichtig für die Beschäftigten ist es, nicht überstürzt das Arbeitsverhältnis zu lösen. Denn dadurch könnten Ansprüche verloren gehen“, warnt AK-Präsident Erwin Zangerl in einer Aussendung am Freitag. Da der Firmensitz in Loosdorf ist, wird die Arbeiterkammer Niederösterreich federführend die Betreuung der betroffenen Beschäftigten übernehmen und die Ansprüche geltend machen, so Zangerl. Die Betroffenen in den Betriebsstätten Innsbruck-Ampass, Pettnau, Vomp und werden von der Arbeiterkammer Tirol möglichst rasch über ihre Rechte informiert. (APA, TT.com)

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