Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 10.05.2019


Exklusiv

Bitpanda: „Werden noch heuer größter Goldhändler in Österreich“

Die österreichische Kryptowährungsplattform Bitpanda steigt als erste Plattform weltweit in das Geschäft mit Gold und Silber ein.

Als weltweit erste Krypto-Börse steigt die Wiener Bitpanda in das Goldgeschäft ein und sagt klassischen Händlern den Kampf an.

© APAAls weltweit erste Krypto-Börse steigt die Wiener Bitpanda in das Goldgeschäft ein und sagt klassischen Händlern den Kampf an.



Von Stefan Eckerieder

Wien – Im April hat die österreichische Kryptowährungsbörse Bitpanda von der Finanzmarktaufsicht (FMA) die Konzession als Zahlungsinstitut (PSD2) erhalten. Gestern hat das Fintech-Unternehmen offengelegt, was es damit vorhat: Als weltweit erste Krypto-Börse startet Bitpanda mit dem Handel von Edelmetallen.

„Wir werden noch heuer der größte Goldhändler in Österreich werden“, sagt Bitpanda-Geschäftsführer und Co-Gründer Eric Demuth erfolgssicher im Gespräch mit der TT. Man könne Gold und Silber so günstig anbieten „wie noch nie“, sagt Demuth.

„Seit den Kursverlusten Ende 2017 gibt es bei den Kryptowährungen eine schöne stabile Entwicklung.“ - Eric Demuth
(Bitpanda-Gründer)
„Seit den Kursverlusten Ende 2017 gibt es bei den Kryptowährungen eine schöne stabile Entwicklung.“ - Eric Demuth
(Bitpanda-Gründer)
- Eckerieder

Billiger sei das Gold wegen der geringeren Transaktionsgebühren, erklärt der Bitpanda-Chef. So betrage der Unterschied zwischen An- und Verkaufwert bereits bei einer geringen Goldmenge auf der Plattform rund 0,5 Prozent. Bei den klassischen Händlern kann die Spanne bei geringen Mengen bis zu 30 Prozent betragen.

Im Unterschied zum klassischen Goldhandel erhält man das Edelmetall nicht physisch, sondern es wird wie bei Kryptowährungen hinterlegt. Das Edelmetall sei aber „zu 100 Prozent versichert“, sagt Demuth. Die Versicherungskosten pro Jahr sollen sich laut dem Bitpanda-Chef auf 0,5 Prozent des hinterlegten Goldwerts belaufen.

Das Edelmetall sei aber wie verschiedene Krypto-Währungen jederzeit handelbar.

Bitpanda mit Hauptsitz in Wien ist mit rund 100 Mitarbeitern, einer Million Nutzern und gehandelten Kryptowährungen wie Bitcoin, Ethereum und Co. im Wert von rund einer Milliarde Euro im Jahr 2018 eine der größten Krypto-Börsen weltweit.

Die hohen Schwankungen des Werts der Kryptowährungen, samt Preisverfall im Jahr 2018, hätten Demuth nicht beunruhigt: „Das bedeutet, es gibt einen regen Handel und das ist gut für uns.“ Seit dem Kursrutsch Ende 2017 sieht Demuth eine „schöne stabile Entwicklung“. Auch die Skandale um gehackte Bitcoinbörsen oder betrügerische Betreiber sieht er „nicht dramatisch“. Der Markt habe sich „bereinigt“ und „professionalisiert“. „Es wird immer mehr getan, damit das nicht mehr passieren kann. Wir haben mehr als 100 Prozent der Kundengelder offline hinterlegt, damit Hacker keinen Zugriff darauf haben“, sagt Demuth.