Letztes Update am Mi, 05.06.2019 13:25

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Luftfahrt

Mitsubishi Heavy Industries schielt auf Bombardier-Regionaljets

MHI soll sich in „fortgeschrittenen Verhandlungen“ über einen Erwerb der Regionalfliegerlinie CRJ des Herstellers Bombardier befinden.

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Tokio – Der japanische Industriekonzern Mitsubishi Heavy Industries (MHI) erwägt den Kauf der Regionalfliegerlinie CRJ des kanadischen Herstellers Bombardier. Es gebe Medienberichte, wonach sich MHI in „fortgeschrittenen Verhandlungen“ über einen Erwerb des CRJ-Geschäfts befinde, erklärte der japanische Mischkonzern am Mittwoch.

„Es ist richtig, dass wir Diskussionen hinsichtlich eines möglichen Geschäfts führen“, hieß es in der kurzen Mitteilung weiter. Bisher sei in dieser Hinsicht aber noch keine Entscheidung gefallen, stellte MHI klar.

Nach Informationen der Branchenseite Air Current könnte indes schon bald eine Einigung verkündet werden, nämlich auf der internationalen Luftfahrtmesse, die vom 17. bis 23. Juni nahe Paris stattfindet.

Bombardier befindet sich derzeit in einer schwierigen Umstrukturierungsphase, die bereits mehrere tausend Jobs weltweit kostete. Was das CRJ-Geschäft angeht, kündigte Bombardier im November an, „strategische Optionen“ zu prüfen. Würde der kanadische Konzern die Regionalfliegersparte verkaufen, wäre es der Ausstieg aus dem Linienfluggeschäft.

Mitsubishi Heavy Industries würde seine Flugzeug-Sparte durch die Übernahme des Canadair Regional Jet(CRJ)-Programms ausbauen. Die Japaner sind neben dem Flugzeugbau auch in den Bereichen Maschinen-und Fahrzeugbau und der Elektronikindustrie unterwegs.

Die beiden Konzerne waren zuletzt nicht gut aufeinander zu sprechen. Die Kanadier reichten gegen Mitsubishi Heavy Ende 2018 Klage ein, weil angeblich ehemalige Bombardier-Mitarbeiter Firmengeheimnisse über das Jet-Programm weiter gegeben hätten. Die Japaner reagierten mit einer Gegenklage. (APA/AFP/Reuters)