Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom So, 16.06.2019


Unternehmen

Per Südtiroler Schrägaufzug auf den finnischen Gefängnis-Hügel

Das Südtiroler Seilbahnunternehmen realisierte eine urbane Seilbahn in Finnlands ältester Stadt. Investitionssumme: 5 Mio. Euro.

Das Südtiroler Seilbahnunternehmen Leitner realisiert eine urbane Seilbahn in Finnland. Die Investitionssumme: 5 Mio. Euro.

© LeitnerDas Südtiroler Seilbahnunternehmen Leitner realisiert eine urbane Seilbahn in Finnland. Die Investitionssumme: 5 Mio. Euro.



Turku – In Finnlands fünftgrößter – und ältester – Stadt wird derzeit ein städtebaulicher Akzent gesetzt: Durch die Bebauung des bekannten Hügels Kakolanmäki entstehen bis 2020 Wohnungen, ein Hotel und Restaurants. Künftig werden hier bis zu 2500 Personen leben. Damit wird aus dem ehemaligen Gefängnis-Hügel ein neuer Stadtteil. Dementsprechend attraktiv sollte die verkehrstechnische Anbindung des Areals werden.

Die Antwort darauf ist der Schrägaufzug „Kakolan Funicolaari“ des Südtiroler Seilbahnunternehmens „Leitner ropeways“, der sich für dieses Gelände als ideale Lösung erwies und bei der öffentlichen Ausschreibung als Gewinner hervorging. Martin Leitner, Vorstandsmitglied der Leitner AG, zeigte sich bei der Inbetriebnahme der Bahn sehr zufrieden: „Wir sind auf diese für Turku sehr wichtige Anlage stolz. Die Bahn ist wahrlich eine urbane Seilbahn und die perfekte Symbiose zwischen höchster Technologie und Design.“

Die Anlage ist nur 132 Meter lang und kann über einen Höhenunterschied von 30 Metern 480 Personen pro Stunde transportieren. Da Schrägaufzüge die grundlegende Technologie des vertikalen Aufzugs verwenden, sind geradlinige, kurze Strecken wie am Kakolanmäki ihr optimaler Einsatzbereich. Im Betrieb überzeugt das System dank integraler Automatisierung vor allem durch seine Funktionalität ganz ohne Bedienungspersonal: Wie bei einem herkömmlichen Aufzug kann der Wagen selbsttätig per Knopfdruck angefordert werden.

Der Schrägaufzug befindet sich im Besitz der Stadt Turku und wird von einem finnischen Aufzughersteller betrieben. Besonderen Wert legte die Stadt Turku auch auf die attraktive Ausführung der Anlage. Aufgrund der guten Sichtbarkeit des Schrägaufzugs wurden die Stationen von einem finnischen Architekten designt und auch beim Wagen auf anspruchsvolle Gestaltung im italienischen Design Bedacht genommen. Die Stadt hat für das gesamte Projekt fünf Millionen Euro investiert. (TT)




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