Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 11.07.2019


Unternehmen

Jö-Chefin Kittinger: „Bier-Rabatte wird es auch weiter geben“

Bonusclub „jö“ vermeldet 3 Millionen Mitglieder und 3 neue Partnerfirmen ab Herbst. Jö-Chefin weist Bedenken bezüglich Datenerhebung zurück.

Jö-Chefin Ulrike Kittinger.

© UÖBCJö-Chefin Ulrike Kittinger.



Von Max Strozzi

Innsbruck – Der 2018 vom Rewe-Konzern gegründete Jö-Kundenclub hat nach eigenen Angaben das für heuer angestrebte Ziel von 3,7 Millionen Mitgliedern beinahe erreicht. „Wir haben bereits drei Millionen Mitglieder, damit haben wir nicht gerechnet“, erklärt Jö-Geschäftsführerin Ulrike Kittinger im TT-Gespräch. Das wären fast die Hälfte aller knapp 7 Mio. Erwachsenen in Österreich. Gibt es Doppelzählungen? „Es wird ein paar Doubletten geben, aber nicht viele“, sagt Kittinger. 11 Unternehmen sind bei der Jö-Bonuscard an Bord, neben den Rewe-Firmen (Billa, etc.) auch die Bawag oder die OMV. Drei Unternehmen kommen laut Kittinger im Herbst dazu, 2020 folgen weitere. Welche es sind, dürfe sie noch nicht sagen.

Der Jö-Club ersetzt einzelne Kundenkarten der Partnerfirmen durch eine einzige. Mit jedem Einkauf werden Treuepunkte („Ös“) gesammelt, die bei den Partnerunternehmen eingelöst werden können. Wäre es für den Kunden nicht vorteilhafter, wenn die Firmen etwa mit Rabatt-Aktionen untereinander konkurrieren, anstatt mit einer Karte gemeinsame Sache zu machen? „Die klassischen Bier-Rabatte wird es weiter geben“, sagt Kittinger. Die Jö-Karte sei ein Kundenbindungsprogramm und kein Preisinstrument.

Kundenkarten wie von „jö“ oder Konkurrent Payback schrecken aber Konsumentenschützer auf, weil das gesamte Einkaufsverhalten einer Person verfolgt werden könne. Und je mehr Firmen teilnehmen, desto gläserner der Kunde. Die Daten würden unter den Firmen nicht ausgetauscht, sagt Kittinger. „Ob und was Sie bei Billa einkaufen, weiß die Bawag nicht“, sagt sie. Einzig „jö“ habe den Gesamtüberblick über alle Daten. Für die Bawag, um beim Beispiel zu bleiben, liege der Vorteil darin, über „jö“ Neukunden anwerben zu können.

Künftig sollen Jö-Punkte auch für Freizeittätigkeiten (Urlaube, Events etc.) eingelöst werden können. Was Datenschützer kaum besänftigen dürfte, zumal dann neben dem Einkaufs- auch das Freizeitverhalten erhoben wird.