Letztes Update am Di, 23.07.2019 08:03

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Unternehmen

Daten im US-Wahlkampf verkauft: Facebook muss wohl fünf Milliarden zahlen

Die US-Verbraucherschutz-Behörde lässt Facebook wohl gehörig zur Ader. Noch bevor das soziale Netzwerk am Mittwoch seinen Quartalsbericht vorstellt, könnte ein Vergleich spruchreif sein. Informanten berichten, dass der Datenskandal rund um den US-Wahlkampf Facebook fünf Milliarden Dollar kosten könnte.

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Menlo Park – Die erwartete milliardenschwere Beilegung des Streits zwischen Facebook und der Federal Trade Commission (FTC) soll schon bald kommen, möglicherweise bereits am Mittwoch. Die für den Verbraucherschutz zuständige FTC werde eine entsprechende Ankündigung noch diese Woche machen, berichten mehrere Informanten. Schon vor gut einer Woche war durchgesickert, dass der Betreiber sozialer Netzwerke wohl eine Strafe von rund fünf Milliarden Dollar zu zahlen habe. Facebook werden gravierende Datenschutzverstöße im Heimatland USA vorgeworfen.

Einer der Informanten sagte, Teil der Streitbeilegung sei, dass Facebook ein Komitee einrichte, das künftig die Einhaltung des Datenschutzes überwachen solle. Ein genauer Zeitpunkt für die FTC-Ankündigung stehe noch nicht fest, werde aber vor dem Ende des US-Börsenhandels am Mittwoch erwartet. An diesem Tag legt Facebook seinen Quartalsbericht vor. Facebook und eine Sprecherin der FTC wollten die Informationen nicht kommentieren.

Die FTC hatte im vergangenen Jahr Ermittlungen wegen eines möglichen Verstoßes gegen eine im Jahr 2011 geschlossene Verpflichtung zu mehr Datenschutz eingeleitet. Ausgelöst worden waren die FTC-Ermittlungen durch den Skandal um den Missbrauch von Facebook-Nutzerdaten durch Cambridge Analytica. Die britische Firma hatte heimlich Daten von rund 87 Millionen Nutzern abgefischt. Sie wurden unter anderem für den Wahlkampf von US-Präsident Donald Trump benutzt.

Die Vergleichssumme kommt in der Höhe nicht unerwartet. Facebook hatte im April bereits erklärt, man erwarte, dass zur Beilegung der laufenden Untersuchung eine Zahlung von bis zu fünf Milliarden Dollar erforderlich sein dürfte. (dpa)




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