Letztes Update am Mi, 31.07.2019 14:35

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Luftfahrt

Ryanair: Brexit und Boeing-Desaster bedrohen hunderte Jobs

Die Lauda-Mutter Ryanair benötigt rund 1500 Piloten und Flugbegleiter weniger als geplant. Ein Grund dafür ist die Unsicherheit durch den Brexit.

Die irische Ryanair hat den geplanten Stellenabbau bereits bestätigt.

© REUTERS/Phil NobleDie irische Ryanair hat den geplanten Stellenabbau bereits bestätigt.



Dublin – Bei Europas größtem Billigflieger Ryanair, Mutterkonzern von Lauda, stehen wegen des Flugverbots für Boeings Mittelstreckenjet 737 Max hunderte Stellen auf der Kippe. Das Unternehmen benötige rund 1500 weniger Piloten und Flugbegleiter als eigentlich geplant, zitierte die Nachrichtenagentur Bloomberg am Mittwoch aus einer Videobotschaft von Ryanair-Chefn Michael O‘Leary.

Schon jetzt habe die Airline mehr als 500 Piloten und rund 400 Flugbegleiter zu viel. Weitere 600 Stellen, die Ryanair für kommenden Sommer besetzen wollte, würden nun nicht benötigt.Als weiterer Grund gilt die Unsicherheit durch den geplanten Austritt Großbritanniens aus der EU, der auf die Nachfrage drückt. Ein Ryanair-Sprecher bestätigte die Echtheit des Videos.

Wachstumspläne „zusammengestrichen“

„Wir werden in den nächsten Wochen versuchen, den Stellenabbau möglichst gering zu halten“, sagte O‘Leary darin. Allerdings werde er sich nicht ganz vermeiden lassen. Bis Ende August solle Klarheit herrschen. Die Fluggesellschaft hat wegen der gestoppten Auslieferungen des Boeing-Fliegers ihre Wachstumspläne für das kommende Jahr zusammengestrichen. Bis zum Sommer 2020 werde sie statt der geplanten 58 Jets des Typs voraussichtlich nur 30 Maschinen erhalten.

Nach zwei tödlichen Abstürzen bei Airlines in Indonesien und Äthiopien gilt für die Boeing 737 Max seit März ein weltweites Flugverbot. Noch ist völlig offen, wann der Hersteller die Probleme mit dem Jet gelöst hat und die Aufsichtsbehörden das Flugverbot aufheben. Boeing hat die Produktion des Typs bereits gedrosselt und die Auslieferungen gestoppt. (APA, dpa)