Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 09.10.2019


Unternehmen

Mehr Airbus-Bestellungen, Piloten klagen Boeing

Die Pilotengewerkschaft von Southwest Airlines verklagt Boeing.

© AFPDie Pilotengewerkschaft von Southwest Airlines verklagt Boeing.



Toulouse, Chicago, Dallas – Der europäische Flugzeughersteller Airbus hat eigenen Angaben zufolge im September 41 Jets verkauft. Darunter sind 14 neue A220 und zehn A321neo-Bestellungen an ungenannte Kunden. Damit liegt Airbus mit 127 Netto-Neubestellungen in den ersten neun Monaten deutlich vor dem US-Rivalen Boeing. Die USA und Europa streiten vor der WTO seit 15 Jahren über milliardenschwere staatliche Hilfen für die Flugzeugbauer Airbus und Boeing, die die WTO jeweils für unzulässig erklärt hat. US-Präsident Trump hatte zuletzt Strafzölle in Höhe von zehn Prozent für die Einfuhr von Flugzeugen aus der EU beschlossen.

Dem US-Luftfahrtriesen Boeing droht außerdem wegen der nach zwei Abstürzen verhängten Startverbote für den Flugzeugtyp 737 Max weiterer rechtlicher Ärger. Die Pilotengewerkschaft der US-Fluggesellschaft South­west Airlines (Swapa) gab bekannt, Klage gegen Boeing eingereicht zu haben.

Der Hersteller habe den Piloten gegenüber falsche Angaben zur Flugtauglichkeit der Maschinen gemacht, teilte die Gewerkschaft mit. Die Piloten müssten sich darauf verlassen können, dass Boein­g wahrheitsgemäße Informationen liefere, so Swapa-Präsident Jonathan L. Weaks. „Im Fall der 737 Max ist dies nicht geschehen.“ Durch die Startverbote mussten laut Gewerkschaft über 30.000 Southwest-Flüge gestrichen werden. Dadurch seien den Piloten mehr als 100 Millionen Dollar an Einnahmen entgangen.

Southwest ist die US-Airline mit den meisten 737-Max-Maschinen in der Flotte. Boeing ist zudem auch mit zahlreichen Klagen von Angehörigen der Absturzopfer konfrontiert. (APA, dpa)