Letztes Update am Di, 15.10.2019 16:37

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Deutschland

Mindestens 40 Prozent Frauen: Zalando führt Geschlechterquote ein

Bis 2023 will Zalando ein ausgewogenes Verhältnis von Frauen und Männern im Management erreichen. Im Vorstand waren bisher nur Männer.

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© APA/dpa/Bodo Marks(Symbolfoto)



Berlin – Der Modehändler Zalando führt eine Geschlechterquote für sein Management ein. Auf den sechs oberen Führungsebenen solle bis Ende 2023 ein ausgewogenes Verhältnis von Frauen und Männern erreicht werden, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Der Anteil soll jeweils zwischen 40 und 60 Prozent liegen.

Der Online-Händler Zalando SE hat europaweit rund 14.000 Beschäftigte. Das Management musste sich zuletzt kritische Fragen gefallen lassen, weil im Vorstand fünf Männer sitzen, aber keine Frau. Bei der jüngsten Erweiterung des Gremiums verwiesen die Verantwortlichen auf die Eignung der jeweiligen Kandidaten.

„In den letzten elf Jahren lag unser Fokus klar auf der Etablierung und dem Wachstum unseres Geschäfts“, erklärte Zalando-Co-Chef Rubin Ritter nun. „Wir haben nicht genug Anstrengungen unternommen, um dem entstandenen strukturellen Ungleichgewicht entgegenzuwirken.“ Die Führungsteams seien nicht vielfältig genug.

Je höher die Führungsebene, desto weniger Frauen

Im Jahr 2018 waren bei dem Berliner MDax-Unternehmen etwa zwei Drittel aller Führungskräfte Männer – je höher die Führungsebene, desto geringer der Frauenanteil. Bisher galt als Ziel eine Frauenquote von 25 Prozent auf der Ebene unterhalb des Vorstands und 30 Prozent auf der Ebene darunter. 2018 waren dort elf beziehungsweise 16 Prozent der Führungskräfte Frauen. Die neue Quote gilt auch für den Aufsichtsrat und den Vorstand.

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„Vielfalt auf allen Unternehmensebenen führt zu besseren Entscheidungen, fördert eine kreative Kultur und steigert im besten Fall die Gesamtleistung“, erklärte Cristina Stenbeck, die seit Mai wieder den Aufsichtsrat führt. Zalando wolle sich diverser aufstellen, nicht nur beim Thema Geschlecht, sondern auch bei Internationalität und Bildung. Dazu soll es einen jährlichen Bericht geben.

Seit Anfang 2016 müssen die etwa 100 größten börsennotierten und voll mitbestimmungspflichtigen Unternehmen in Deutschland nach dem Aktiengesetz mindestens 30 Prozent der Posten in ihren Kontrollgremien mit Frauen besetzen. Für das Management gibt es nur Vorgaben für die Ebenen unterhalb des Vorstands. In den 160 Unternehmen der Börsenindizes Dax, MDax und SDax saßen nach einer Untersuchung des Beratungsunternehmens EY in der ersten Hälfte dieses Jahres 61 Frauen und aber auch 640 Männer. Der Frauenanteil lag damit bei knapp neun Prozent. (APA/dpa)