Letztes Update am Di, 29.10.2019 18:33

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Handel

Insider: Signa streckt Fühler nach Schweizer Kaufhauskette Globus aus

Der Verkauf der Schweizer Warenhauskette geht in die heiße Phase, auch die Signa-Gruppe von Rene Benko dürfte dabei ins Rennen steigen.

Rene Benko.

© APA/HANS KLAUS TECHTRene Benko.



Wien/Zürich – Der Verkauf der Schweizer Warenhauskette Globus geht in die heiße Phase. Ende November seien die Angebote für die im Umbau steckende Gesellschaft fällig, sagten mehrere mit der Situation vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Es würden Offerte aus dem Inland und dem Ausland erwartet.

So dürfte auch die Signa-Gruppe des heimischen Investors Rene Benko, der bei der deutschen Warenhaus-Gruppe Galeria Karstadt Kaufhof das Sagen hat, ins Rennen steigen, sagten Insider. Mit dem Verkauf habe die Globus-Besitzerin Migros die Investmentbank Alantra und den Immobilienberater CBRE betraut.

Der zweitgrößte Schweizer Einzelhändler hatte im Juni angekündigt, vier Töchter verkaufen zu wollen. Für Globus, die Dekorationswaren-Firma Depot, den Möbelhändler Interio und den Elektrorad-Händler m-way gebe es bessere Eigentümer als die vor allem im Lebensmittelgeschäft starke Migros, hatte es damals geheißen. Für m-way hat Migros inzwischen einen neuen Besitzer gefunden. „Die Prozesse für Globus, Interio und Depot sind wie geplant im Gang“, sagte ein Migros-Sprecher.

Globus, die 2018 einen Umsatzrückgang auf 808 Millionen Franken (731,4 Mio. Euro) verbuchte, schreibt Verluste. Mit Investitionen ins Online-Geschäft und dem Ausbau des Angebots an hochpreisigen Produkten will Firmenchef Thomas Herbert die Firma wieder in die schwarzen Zahlen führen. Migros zufolge sind Ausgaben im dreistelligen Millionen-Bereich notwendig.

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Verkauf mit oder ohne Immobilien?

Es sei offen, ob der Verkauf von Globus mit oder ohne Immobilien erfolgen werde, so der Sprecher. Einem der Insider zufolge würde der Konzern am liebsten alles als Paket verkaufen. Globus betreibt insgesamt 49 Standorte. In vier größeren Städten besitzt Migros auch die Immobilien. Warenhäuser rund um den Globus kämpfen mit Gegenwind, denn viele Kunden kehren Innenstädten und Warenhäusern den Rücken und bestellen lieber bei Online-Händlern wie Amazon oder Zalando.

Dutzende von Parteien hätten unverbindlich Interesse an Globus angemeldet, sagte ein Insider. Doch nur eine Handvoll dürfte tatsächlich als Käufer infrage kommen. Der Einzige, der öffentlich den Hut in den Ring geworfen hat, ist Globus-Chef Herbert. Er und weitere Führungskräfte könnten eine Übernahme einschließlich der Immobilien allerdings nur zusammen mit einem Finanzinvestor stemmen. Er habe weiterhin Interessen an einem Management-Buy-out, sagte eine Globus-Sprecherin.

„Die Migros wird den neuen Eigentümer von Globus sehr sorgfältig auswählen und hat eine klare Präferenz für einen Investor, welcher in das Unternehmen investiert, dieses weiterentwickelt und in einem anspruchsvollen Marktumfeld weiterhin erfolgreich betreibt“, erklärte ein Sprecher.

Auch für Depot, die insbesondere in Deutschland und Österreich tätig ist, sei der Verkaufsprozess angelaufen, sagten mit der Situation vertraute Personen. Diese Transaktion organisiere die Investmentbank DC Advisory, hieß es.

DC Advisory, Alantra, CBRE und Signa wollten sich nicht äußern. (APA/Reuters)