Letztes Update am Mo, 04.11.2019 15:06

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Deutschland

Flugbegleiter wollen Lufthansa am 7. und 8. November bestreiken

Nächste Stufe im Tarifkonflikt bei der Lufthansa: Die Gewerkschaft Ufo ruft ihre Mitglieder zu einem zweitägigen Streik bei der Kernmarke auf. Das soll aber noch nicht alles sein.

Ein Schalter der Lufthansa auf dem Flughafen in München.

© APA/dpa/Matthias BalkEin Schalter der Lufthansa auf dem Flughafen in München.



Frankfurt am Main – Passagiere der AUA-Mutter Lufthansa müssen zum Ende dieser Woche wieder mit Streiks der Flugbegleiter rechnen. Die Gewerkschaft UFO hat zu einem 48-Stunden-Ausstand bei der Lufthansa-Kerngesellschaft am kommenden Donnerstag und Freitag (7. und 8. November) aufgerufen. Betroffen seien alle Abflüge aus Deutschland, teilte die Gewerkschaft am Montag in Frankfurt mit.

Gesamter Konzern betroffen

Weitere Aufrufe bei anderen deutschen Flugbetrieben des Konzerns seien jederzeit möglich. Erneut werde der gesamte Konzern betroffen sein, kündigte der UFO-Vize Daniel Flohr an. Grundsätzlich sind Arbeitsniederlegungen bei der Lufthansa-Kerngesellschaft ebenso möglich wie bei vier weiteren Flugbetrieben mit deutschem Tarifrecht. Die Töchter sind für die Lufthansa selbst, die Eurowings und die SunExpress unterwegs.

Für alle fünf Flugbetriebe hat die UFO jeweils separate Tarifforderungen aufgestellt und sich in Urabstimmungen die Zustimmung der Mitglieder zu Streiks geholt. Die Zustimmung lag nach gewerkschaftlichen Angaben vom Freitag zwischen 77,5 und 96,2 Prozent der abgegebenen Stimmen.

Lufthansa lehnt Verhanmdlungen ab

Lufthansa erkennt den noch am Freitag bestätigten Gewerkschaftsvorstand nicht als vertretungsberechtigt an und lehnt Verhandlungen mit der UFO seit Monaten ab. Die DGB-Gewerkschaft Verdi stünde als Alternative zu Verfügung, hatte aber in der Vergangenheit nicht die Mehrheit der Beschäftigten hinter sich.

TT-ePaper gratis testen

Jetzt kostenlos TT-ePaper lesen, das Test-Abo endet nach 4 Wochen automatisch

Schritt 1 / 3

In nur 30 Sekunden gelangen Sie zum kostenlosen Test-Abo.

In der Auseinandersetzung hatte UFO bereits am 20. Oktober einen 19-stündigen Warnstreik bei vier Lufthansa-Tochtergesellschaften veranstaltet und dabei mehr als 100 Flüge ausfallen lassen. Der letzte reguläre UFO-Streik bei der Lufthansa-Kerngesellschaft datiert aus dem Jahr 2015.

Die UFO hat erhebliche innergewerkschaftliche Auseinandersetzungen hinter sich. Nach gegenseitigen Untreue-Vorwürfen und staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen sind aus dem einst siebenköpfigen Vorstand nur noch die Vorsitzende Sylvia de la Cruz und ihr Stellvertreter Daniel Flohr übrig. Die Neuwahl der Gewerkschaftsspitze soll am 14. Februar stattfinden. Der langjährige UFO-Chef Nicoley Baublies fungiert nach seiner Entlassung aus Lufthansa-Diensten als Pressesprecher der Gewerkschaft. (APA/dpa)