Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 26.11.2019


Transportschäden

Beschwerden häufen sich: Wer für beschädigte Pakete haftet

Die Paketflut vor Weihnachten schwillt weiter an – und damit die Beschwerden über schadhafte oder verlorene Lieferungen.

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Wien – Das Paketgeschäft läuft dank der Beliebtheit des Online-Shoppings gut – und wächst. Aktuell werden von der österreichischen Post täglich rund 500.000 Pakete zugestellt, das ist so viel wie im Vorjahr zu Weihnachten. Aber auch Beschwerden bei Verbraucherorganisationen häufen sich. Antworten gibt Reinhold Schranz, Jurist beim Europäischen Verbraucherzentrum Österreich (EVZ).

Hat ein Paket Transportschäden oder geht es verloren, haftet das zustellende Unternehmen, informiert Schranz. Falls jedoch ein anderer Beförderer auf eigenen Wunsch vereinbart wurde, trägt der Verbraucher ab Übergabe der Ware an den gewählten Lieferdienst auch das Risiko für Beschädigung und Verlust.

In der Praxis kommt es oft vor, dass die Zusteller ein Paket auf die Terrasse oder vor die Haustür stellen. Das darf eigentlich nicht sein, betont der EVZ-Jurist. Falls das Paket dann verloren geht oder beschädigt wird, sei der Versender verantwortlich. Auf der sicheren Seite sollte man laut Schranz bei Zustellung mittels Post sein: Denn diese muss zwingend an eine Abgabestelle liefern. Bei anderen Paketdiensten könne das aber anders geregelt sein.

Wird das Paket bei einem Nachbarn abgegeben, gilt das bei der Post als rechtmäßig zugestellt. Will man das nicht, muss man beim Postamt dagegen Einspruch erheben. Und nimmt man für einen Nachbarn ein Paket entgegen, entstehen zwar keine Verpflichtungen – man darf es jedoch weder öffnen noch den Inhalt verwenden.

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Das EVZ ist eine Einrichtung des Vereins für Konsumenteninformation und der Europäischen Kommission und hilft Käufern bei Ärger mit einem Händler im EU-Ausland. Wer Probleme mit einem Zustelldienst hat, kann sich an die Postschlichtungsstelle bei der RTR wenden. (TT)