Letztes Update am Mi, 14.12.2016 20:53

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Wirtschaftspolitik

US-Notenbank erhöht den Leitzins um einen Viertelpunkt

Wie erwartet erhöht die Notenbank Fed den Leitzins. Die Entscheidung dürfte weitreichende Auswirkungen haben.

Die Notenbanker um ihre Chefin Janet Yellen tun alles, um eine Verunsicherung der Märkte zu verhindern.

© AFP/Saul LoebDie Notenbanker um ihre Chefin Janet Yellen tun alles, um eine Verunsicherung der Märkte zu verhindern.



Washington – Die US-Notenbank Federal Reserve hat ihren Leitzins erstmals seit einem Jahr leicht um 0,25 Prozentpunkte angehoben. Der Leitzins bewegt sich damit künftig in einem Korridor zwischen 0,5 und 0,75 Prozent, wie die Federal Reserve nach der Sitzung ihres Offenmarkt-Ausschusses am Mittwoch in Washington mitteilte. Die Erhöhung – erst die zweite seit 2006 – war von den Märkten so erwartet worden.

Die Fed setzt damit ihren Kurs fort, die Geldpolitik nach der Finanzkrise zu normalisieren. Vorausgegangen waren Jahre des ultralockeren Liquiditätsflusses, mit dem Ziel, den stotternden Konjunkturmotor auf Laufen zu halten.

Zuletzt hatte sich jedoch der US-Arbeitsmarkt als sehr stabil erwiesen. Die Arbeitslosenquote liegt derzeit bei 4,6 Prozent. Auch die Inflation zieht langsam an, weil die höhere Beschäftigung zu höheren Einkommen führt. Außerdem sind Energie- und Rohstoffpreise wieder leicht im Aufwärtstrend.

Frühere Normalisierung auf Eis gelegt

Ihre Absicht, bereits früher im Jahr 2016 an der Zinsschraube zu drehen, hatte die Fed fallen lassen müssen. Unter anderem sprachen auch weltwirtschaftliche Gründe dagegen. Die US-Zinspolitik hat vor allem in Entwicklungsländern große Auswirkungen, weil dort viele Geschäfte in US-Dollar abgewickelt werden und auch Schulden in der US-Währung auflaufen.

Unklar blieb auch am Mittwoch, inwieweit die Wirtschaftspolitik der neuen US-Regierung um den künftigen Präsidenten Donald Trump die künftige Geldpolitik beeinflussen wird. „Ein möglicher, vorübergehender Schub für Wachstum und Inflation könnte zu mehr Zinsschritten im Jahr 2017 führen, als zunächst erwartet“, sagte der Chef-Volkswirt der Münchner Rück, Michael Menhart. Die Unsicherheit hinsichtlich Trumps Wirtschaftspolitik überwiege jedoch weiterhin. Signale von Fed-Mitglieder sprechen derzeit für drei Zinsschritte im kommenden Jahr.

Zinsen in Eurozone dürften vorerst niedrig bleiben

In Europa hatte die Europäische Zentralbank erst vorige Woche ihre ohnehin extrem weit geöffneten Geldschleusen noch einmal ein Stück weiter geöffnet und neue Anleihekäufe im Milliardenvolumen angekündigt. Ein Zinserhöhung in der Eurozone liegt damit noch in weiter Ferne. Eine zu große Lücke zwischen europäischem und US-amerikanischem Zinsniveau wäre eine weitere Belastung für die Gemeinschaftswährung Euro.

Die Entscheidung dürfte weitreichende Auswirkungen haben. Fragen und Antworten dazu hier: http://bit.ly/2hsxsAb

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