Letztes Update am Fr, 16.12.2016 15:36

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Brexit

EU-Parlamentarier über Brexit-Fahrplan empört

Die Erklärung der 27 EU-Staaten zum Brexit-Fahrplan verärgert die EU-Parlamentarier zusehends. Sie kündigen massiven Widerstand an.

Das EU-Parlament in Straßburg will die EU-interne Zusammenarbeit in der Verteidigungsforschung und Entwicklung zu stärken.

© APA/EPA/PATRICK SEEGERDas EU-Parlament in Straßburg will die EU-interne Zusammenarbeit in der Verteidigungsforschung und Entwicklung zu stärken.



Brüssel – Im Europaparlament regt sich zunehmend deutlicher Protest gegen die geplante eingeschränkte Beteiligung der Volksvertretung an den Brexit-Gesprächen. Die Erklärung der 27 verbleibenden EU-Staaten dazu sei enttäuschend, sagte Parlamentspräsident Martin Schulz (SPD) am Freitag.

Die Staats- und Regierungschefs hatten sich am Vorabend auf Eckpunkte zum Gesprächsprozess mit Großbritannien geeinigt, der voraussichtlich im Frühjahr beginnen wird. Darin drücken sie ihre Unterstützung für den Brexit-Chefunterhändler der EU-Kommission, Michel Barnier, aus. Vertreter der Staaten sollen bei allen Sitzungen mit dem Vereinigten Königreich anwesend sein. Das Parlament soll hingegen lediglich auf dem Laufenden gehalten werden und bei vorbereitenden Treffen dabei sein.

Der Fraktionsvorsitzende der konservativen Europäischen Volkspartei (EVP), Manfred Weber, forderte eine umfassende Einbeziehung der Abgeordneten. „Das Parlament wird das letzte Wort beim Brexit-Deal haben“, erklärte er. „Die EU-Chefs riskieren, dass das Europäische Parlament zum verhandelten Austritts-Abkommen am Ende „Nein“ sagt.“

Auch Gabi Zimmer als Chefin der Linksfraktion zeigte sich verärgert. „Sie müssen mit dem vollen Widerstand des Parlaments rechnen“, sagte sie an die Adresse von Ratspräsident Donald Tusk und der Slowakei gerichtet, die derzeit den Vorsitz der EU-Staaten hat.

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Aus Sicht des Vizepräsidenten des Parlaments, Alexander Graf Lambsdorff (FDP), zeigen die Pläne, „wie schwer sich die nationalen Regierungen mit Demokratie auf europäischer Ebene tun.“ (APA, dpa)