Letztes Update am Do, 06.07.2017 13:06

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Hypo-Alpe-Adria

Heta-Chef Schoenaich-Carolath geht, Abbau 2020 fertig

Aus heutiger Sicht geht die Heta davon aus, dass die Verwertung am Ende 9,6 Mrd. Euro hereinbringen wird.

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Wien, Klagenfurt – Bei der staatlichen Hypo-Alpe-Adria-Bad Bank Heta geht der Abbau der Altlasten schneller voran, und es soll dabei auch mehr Geld hereinkommen. Die endgültige Abwicklung erledigt dann aber nicht mehr der bisherige Chef: Vorstandschef Sebastian Schoenaich-Carolath will sein Mandat nicht mehr verlängern und scheidet damit jetzt nach gut zwei Jahren per Ende August aus dem Vorstand aus.

Das gab der Heta-Aufsichtsrat am Donnerstag bekannt. Im dreiköpfigen Vorstand wird ab September Alexander Tscherteu als Vorstandssprecher agieren.

Finanzminister Hans-Jörg Schelling und Aufsichtsratschef Michael Mendel unterstrichen, dass der bisherige Abbauerfolg der Heta deutlich über den ursprünglichen Erwartungen liege. In den vergangenen Tagen wurden vorzeitig knapp 6 Milliarden Euro an die Gläubiger ausgeschüttet.

Im Aufsichtsrat gab es heute auch einen neuen Finanzplan: Aus heutiger Sicht geht die Heta davon aus, dass die Verwertung am Ende 9,6 Milliarden Euro hereinbringen wird. Ende 2020 wird im Plan erstmalig ein vollständiger Abbau der Bilanzsumme unterstellt, so dass kein Restportfolio mehr verbleibt, teilte die Gesellschaft mit. (APA)

Heta: Wieso es plötzlich schnell geht

Die ehemalige Kärntner Hypo und nunmehrige Heta war schon immer für Überraschungen gut. Diese waren meist negativ, zuletzt gab es aber erfreulichere Nachrichten aus der früheren Skandalbank. Zum Halbjahr 2017 wurde - ohne Abfluss der Zwischenausschüttung von fast 6 Mrd. Euro - ein Barmittelbestand von 8,8 Mrd. Euro angehäuft. Hier einige Fakten wie das vor sich ging:

Die 8,8 Mrd. Euro sind um 2,8 Mrd. Euro mehr, als es im ursprünglichen Abbauplan von 2016 vorgesehen war, heißt es in der aktuellen Heta-Unternehmenspräsentation, die auf den heutigen Donnerstag datiert. Die 2,8 Mrd. Euro kommen vor allem aus einer vorgezogenen Zahlung der Addiko Bank. Das ist jene Bank, die aus dem früheren Hypo-Balkannetzwerk entstanden ist und von der Heta 2015 verkauft wurde.

Dazu kommt der schlussendlich rasche Verkauf der italienischen Heta-Abbaueinheit "HARIT" - "Heta Asset Resolution Italia S.r.l." und früheren Hypo Italien Leasing um einige hundert Mio. Euro an einen Alternative Investment Fund, der mit Bain Capital Credit (European Advisors) verbunden ist.

Zuletzt hat die Heta beispielsweise in Bulgarien eine Busflotte verkauft. Sie ist im Balkanland nun wie auch in Italien gar nicht mehr tätig. 2016 wurde beispielsweise das geschichtsträchtige Holiday Inn in Sarajevo verkauft. Noch sitzt die Heta aber auf touristischen Einrichtungen und Immobilien beispielsweise in Kroatien.

Für die beiden kommenden Jahre erwartet die Heta nun wieder einen langsameren Anstieg des Barmittelbestandes. 2020 dürfte es wieder einen etwas stärkeren Anstieg geben. Denn dann wird auch das "performante Portfolio", also gesunde Beteiligungen, abgestoßen.

Die Bilanzsumme soll heuer um 2,8 Mrd. Euro (ohne Cash) auf 1,8 Mrd. Euro sinken. Nach UGB/BWG wird für heuer ein positives EGT von 86 Mio. Euro budgetiert.

Ende 2018 soll die Bilanzsumme exklusive Cash überhaupt nur mehr 450 Mio. Euro betragen. Zum Vergleich: Der Bilanzsummen-Höchststand bei der Hypo Alpe Adria belief sich 2008 - dem Jahr vor der Verstaatlichung - auf 43,3 Mrd. Euro. 2020 soll die Bank abgebaut sein - Bilanzsumme: 0 Euro. Der erwartete Barmittelbestand per Ende 2020 wird mit 3,85 Mrd. Euro angegeben.