Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 23.05.2018


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Beweismittel nach Unfällen? Debatte um Kameras in Autos

Nach einem Urteil in Deutschland wird auch hierzulande darüber diskutiert, ob Aufnahmen von Minikameras in Fahrzeugen als Beweismittel nach Unfällen zugelassen werden sollten.

© iStockphotoDashcams sind in Österreich zwar nicht verboten, ausdrücklich genehmigt wurden sie jedoch nie.Foto: iStock



Wien – In Österreich unterliegen fest installierte Kameras mit Blick auf öffentliche Bereiche der im Datenschutzgesetz festgelegten Meldepflicht und dem Registrierungsverfahren für Videoüberwachungen. Ob dies auch für Minikameras – so genannte Dashcams – in Fahrzeugen gilt, ist umstritten. Diese sind zwar nicht verboten, ausdrücklich genehmigt wurden sie jedoch nie. Nun sorgt ein Urteil des deutschen Bundesgerichtshofes auch hierzulande für Aufmerksamkeit. Das Gericht entschied vergangene Woche, dass Aufnahmen von Dashcams bei Unfällen als Beweis vor Gericht verwendet werden dürfen.

„Wir gehen davon aus, dass diese Thematik sehr rasch auch nach Österreich kommt. Versicherungen nehmen schon jetzt in ihren Verfahren Dashcams zur Beweiswürdigung her“, erklärt die Fachvertretung der Versicherungsunternehmen der Wirtschaftskammer Tirol (WK) auf Anfrage der TT. Man sehe dies als probates Beweismittel, das durchaus Potenzial hat, Rechtsfragen schneller zu lösen. „Insofern wird man sich in der Versicherungsbranche diesem neuen Beweismittel sicher nicht verschließen“, meint der Sprecher der Versicherungswirtschaft in der WK Tirol, Walter Schieferer.