Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 28.06.2018


Wirtschaftspolitik

12-Stunden-Tag: Streit in Tiroler ÖVP, ÖGB macht mobil

Tirols Wirtschaftsbundchef Hörl (ÖVP) kritisiert seine Parteifreunde Erwin Zangerl und Beate Palfrader. Der ÖGB plant in Tirol rund 100 Betriebsversammlungen.

© Plansee BetriebsratBetriebsversammlung bei Plansee-Ceratizit.Foto: Plansee-Betriebsrat



Innsbruck, Reutte, Wien – Auf der Betriebsrätekonferenz am Dienstagabend, die TT berichtete, beschloss der ÖGB Tirol unter anderem flächendeckende Betriebsversammlungen. Auf Anfrage der TT erklärt ÖGB-Tirol-Sprecherin Helena Sachers, dass bis Ende nächster Woche an die 100 Versammlungen geplant seien, bei denen Tausende Arbeitnehmer erwartet werden. Die ersten Betriebsversammlungen fanden unter anderem bereits bei Plansee-Ceratizit in Reutte statt. „Von den anwesenden 400 Kollegen haben 399 die Resolution des ÖGB angenommen“, erklärt Betriebsratsvorsitzender Roland Weirather. Das Vorhaben der Regierung sorgt in den Werkshallen für viele Diskussionen und auch für Ernüchterung, so der Arbeitnehmervertreter.

Indessen gehen die Wogen auch in der Tiroler Politik hoch. So hat der Arbeiter- und Angestelltenbund (AAB) Tirol am Mittwoch die Bundesorganisation des AAB offiziell aufgefordert, dass bei möglichen neuen gesetzlichen Regelungen die Sozialpartner eingebunden werden. Ein Gesetz über die Köpfe der Sozialpartner hinweg sei nicht in Ordnung und unmöglich. Weiters müsse es für die geplanten Änderungen ein ordentliches Begutachtungsverfahren geben. „Es darf nicht an der 40-Stunden-Woche und an den Zuschlägen für Mehrarbeit gerüttelt werden“, betont Landesrätin und Tiroler AAB-Obfrau, Beate Palfrader, in einer Aussendung. Der Bundes-AAB sei eine Vertretung der Christlich-Sozialen ArbeitnehmerInnen. Wenn er diesen Auftrag ernst nehme, setze sich der Bundes-AAB für oben genannte Vorgangsweise ein.