Letztes Update am Do, 04.10.2018 17:21

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Wirtschaftspolitik

Griechenland will angeblich angeschlagenen Banken helfen

Faule Darlehen in Milliardenhöhe könnten in eine Zweckgesellschaft ausgelagert werden, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag.

© REUTERSMenschen vor einer Bank in Athen.



Athen – Die mit riskanten Krediten belasteten griechischen Banken können auf einen staatlichen Rettungsplan hoffen. Faule Darlehen in Milliardenhöhe könnten in eine Zweckgesellschaft ausgelagert werden, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag von mit den Vorhaben der Regierung vertrauten Bankern.

Auf diese Weise könnten die Bilanzen der Geldhäuser entlastet werden. „Es gibt einen solchen Plan“, sagte ein leitender Banker. „Der Plan wurde der Regierung, den europäischen Behörden und der Bankenaufsicht vorgelegt.“ Offen ist allerdings, ob die europäischen Wettbewerbsbehörde dafür grünes Licht geben oder dies als verbotene staatliche Beihilfe werten würde.

Zur Jahresmitte summierten sich die faulen Kredite der griechischen Banken auf 88,6 Mrd. Euro. Das entspricht 47,6 Prozent des gesamten Kreditsumme. Als faul gelten Darlehen dann, wenn eine Rückzahlung durch die Schuldner fraglich ist. Bekommen die Gläubiger ihr Geld nicht zurück, können sie selbst in Schieflage geraten.

Investoren hatten am Mittwoch in großem Stil Aktien griechischer Banken verkauft. Die Papiere des Branchenprimus Piraeus Bank brachen um fast 30 Prozent ein. Auch die Papiere von Alpha Bank, Eurobank und National Bank standen unter Druck. (APA/Reuters)