Letztes Update am Fr, 23.11.2018 17:07

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Kollektivverträge

Eisenbahner streiken: Züge stehen am Montag zwei Stunden still

Ein Warnstreik der Eisenbahner am Montag soll den Druck auf Bahnunternehmen erhöhen. In Tirol werden Beeinträchtigungen im Nah- und Fernverkehr erwartet.

© ÖBBAm Montag Mittag werden die Bahnmitarbeiter zwei Stunden lang ihre Arbeit niederlegen



Wien, Innsbruck – Seit Juni verhandeln die Eisenbahner über einen neuen KV, doch acht Verhandlungsrunden brachten bisher keine Einigung. Die Gewerkschaft erhöht nun mit zweistündigen Warnstreiks am Montag den Druck. Störungen des Pendlerverkehrs werden jedoch vermieden.

Die Eisenbahner werden am Montag zwischen 12 und 14 Uhr die Arbeit niederlegen. Wo und welche Bahngesellschaften genau, ließ vida-Vorsitzender Roman Hebenstreit am Freitag im ORF-Mittagsjournal noch offen. Weitere Verzögerungen nach 14 Uhr seien aber nicht ausgeschlossen, räumte er ein.

Welche konkreten Auswirkungen der Warnstreik in Tirol haben werde sei noch nicht abzusehen, hieß es gestern von Seiten der ÖBB. Erwartet werden Beeinträchtigungen in Nah- und Fernverkehr. Reisenden wird empfohlen sich auf den Infokanälen wie oebb.at, sozialen Medien oder dem Kundenservice 051717 zu informieren. Auch auf den Bahnhöfen werde es Durchsagen zur aktuellen Situation geben. Nicht betroffen von Streik werde die Tochter Postpus sein, womit etwa die Schülertransporte gesichert seien. Die Verhandler ruft das Unternehmen auf noch am Wochenende wieder an den Verhandlungstisch zurückzukehren, um Zugausfälle doch noch abzuwenden.

Die Gewerkschaft sei das ganze Woche verhandlungsbereit - sollten die Arbeitgeber ein stark nachgebessertes Angebot vorlegen, sagte vida-Vorsitzender Roman Hebenstreit.

In der Sache hat sich bisher nichts bewegt. Hebenstreit bezeichnete das Angebot der Arbeitgeber in den KV-Verhandlungen als „unwürdig“, denn „zur Zeit liegt das Angebot 0,2 Prozent über der Inflation, das ist definitiv zu wenig“. Die Arbeitgeber haben nach eigener Aussage drei Prozent Lohnerhöhung angeboten, allerdings macht es einen Unterschied, ab wann diese Erhöhung greift, da der alte Kollektivvertrag im Juni ausgelaufen ist.

Arbeitgeberverhandler Thomas Scheiber wiederholte seinerseits, dass er sich in „Geiselhaft“ genommen fühle, die Eisenbahner hätten ohnehin schon 12-Stunden-Schichten. Alle Forderungen der Gewerkschaften zusammen würden auf eine Erhöhung von 10 Prozent belaufen. Käme es zu so überproportionalen Erhöhungen, müsste die Bahn die Tarife erhöhen oder mehr Bundesmittel verlangen. Eigene konkrete Forderungen wollte Hebenstreit nicht über das Radio formulieren.

Verkehrsminister Norber Hofer (FPÖ) bedauerte in einer Aussendung die Ankündigung von Warnstreiks. „Es wäre schade, wenn die Tarifverhandlungen bei den Eisenbahnern nun auf dem Rücken der Bahnkunden ausgetragen würden.“ Er ersuchte die Verhandlungen fortzusetzen. FPÖ-Generalsekretär und Verkehrssprecher Christian Hafenecker bezeichnete den Warnstreik als „reine parteipolitische Profilierungsaktion der SPÖ und ihres Gewerkschaftsbonzen Hebenstreit“.

Die bislang nur im Osten Österreichs aktive Westbahn wird sich am Warnstreik nicht beteiligen. (APA, ecke)

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