Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 04.12.2018


UN-Klimakonferenz

Van der Bellen holt sich Arnie als Klima-Kämpfer

Auf der UN-Klimakonferenz müssen sich die Staaten auf Klima-Maßnahmen festlegen. In Österreich werden zu viele Böden versiegelt.

© Hofburg/LechnerBundespräsident Alexander Van der Bellens schenkte Arnold Schwarzenegger etwas Redezeit.



Von Cornelia Ritzer

Kattowitz – Vertreter von mehr als 190 Staaten beraten in den nächsten zwei Wochen auf der UN-Klimakonferenz im polnischen Kattowitz über eine Schicksalsfrage: Die Begrenzung der Erderwärmung auf unter 2 Grad Celsius, möglichst sogar auf 1,5 Grad. Das wurde bei der Konferenz 2015 in Paris vereinbart, nun muss ein „Regelbuch“ dazu erstellt werden. Bundespräsident Alexander Van der Bellen reihte sich in die Liste der Staats- und Regierungschefs ein, die zum Auftakt für den Kampf gegen den Klimawandel eine Lanze brachen. Dabei gelang dem einstigen Grünen-Chef – dank eines Abweichens vom Protokoll – ein Coup. Van der Bellen mahnte zu raschen Taten und „schenkte“ dann etwas Redezeit an Arnold Schwarzenegger, der sich wie er seit Jahren für den Klimaschutz starkmacht. Der Ex-Gouverneur von Kalifornien nahm in seiner unterhaltsamen Kurzrede auch die Vereinten Nationen in die Pflicht.

Zuerst bedankte sich Schwarzengger bei Van der Bellen – für die „Freundschaft“ und für die „Leidenschaft beim Thema Umwelt“. Dann betonte der prominente Ex-Politiker, dass die USA nicht aus dem Klimavertrag von Paris ausgestiegen seien. „Ja, wir haben einen meschugge Anführer in Washington“, spielte er auf US-Präsident Donald Trump an. Doch auf der lokalen Ebene, in den Staaten und Städten, werde das Thema Klimapolitik ernst genommen, und hier passiere auch ein Großteil der Arbeit für ein­e grünere Zukunft. Von den Vereinten Nationen wünschte sich Schwarzenegger dann, eben die Verantwortlichen auf lokaler Ebene, die „local leader“, in den Fokus zu rücken. Dann verspreche er – ganz wie seine berühmte Filmfigur Terminator: „I’ll be back.“

Schwarzenegger gründete 2011 die Initiative R20 Regions of Climate Action, gemeinsam mit den Vereinten Nationen. Die Initiative ist Ausrichter des „Austrian World Summit“, der mit lokalen und regionalen Ansätzen dabei helfen will, globale Ziele zum Klima­schutz und zur Förderung einer „grünen“ Wirtschaft zu erreichen.

Zuvor forderte UN-Generalsekretär António Guterres einen entschlossenen Kampf gegen die Erderhitzung. Weltweit sei der Klimawandel vielerorts „eine Frage von Leben und Tod“. „Wenn wir versagen, werden die Arktis und Antarktis weiter schmelzen, die Korallen sterben, die Meeresspiegel steigen; mehr Menschen werden an Luftverschmutzung sterben und an Wasserknappheit und die Kosten dieses Desasters werden durch die Decke schießen.“

Für den Erhalt von unversiegelten Böden in Österreich macht sich eine Initiative stark. In Österreich werden laut Umweltbundesamt täglich 12,4 Hektar verbaut. Die Folgen seien fatal: Es komme zu mehr Überschwemmungen, auch Dürreperioden würden zunehmen.