Letztes Update am Sa, 08.12.2018 07:41

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Innsbruck

Handels-KV: Proteste am Samstag vor dem Sillpark in Innsbruck

Wegen der stockenden Lohnrunde sind Gewerkschafts-Aktionen vor dem Innsbrucker Sillpark geplant. Der Handel ist für heute zurückhaltend.

© APAHandel-Betriebsräte während einer Protestaktion vor der Wirtschaftskammer in Wien.



Innsbruck – Im Ringen um einen Kollektivvertrag für mehr als 400.000 Handelsbeschäftigte will die Gewerkschaft heute bundesweit auf die Situation aufmerksam machen. In Tirol ist heute eine Protestaktion vor dem Innsbrucker Einkaufszentrum Sillpark geplant. „Wir werden vor dem Sillpark auf öffentlichem Grund mit Schildern und Transparenten auf die Situation aufmerksam machen. Der Ablauf in den Geschäften wird nicht gestört, wir wollen zunächst die Kunden sensibilisieren“, erklärt der Tiroler Gewerkschafter David Schumacher. Möglich, dass in Innsbruck auch an einem zweiten Standort protestiert wird, außerhalb Innsbrucks soll es keine Aktionen geben. Nächste Woche sollen Betriebsversammlungen stattfinden, erst danach wolle man auch in die Geschäfte gehen.

Es herrsche „großes Unverständnis darüber, dass die Handelsangestellten mit 2,35 Prozent abgespeist werden sollen und so deutlich hinter KV-Abschlüsse anderer Branchen zurückfallen würden“, beklagte KV-Verhandlerin Anita Palkovich. Die Gehaltsforderung der Gewerkschaft liegt bei 3,5 Prozent oder mindestens 60 Euro.

Die Arbeitgeber orten hingegen ein abgekartetes Spiel. Sie sehen den Abbruch der KV-Verhandlungen politisch motiviert, er sei eine „abgesprochene Sache“. Die Gewerkschaften hätten für die heurigen Kollektivvertragsverhandlungen einen heißen Herbst angekündigt und setzten nach Warnstreiks bei den Metallern und bei den Eisenbahnern auch Protestmaßnahmen im Handel durch.

Österreichs Handel erwartet heute allerdings ohnehin ein vergleichsweise schaumgebremstes Weihnachtsgeschäft. „Es werden sicher nicht so viele Geschäfte offen halten wie an normalen Einkaufssamstagen“, sagte Roman Seeliger von der Wirtschaftskammer Österreich. Dieses Jahr gelten nämlich verkürzte Öffnungszeiten, weil der Einkaufssamstag auf den 8. Dezember, den Marienfeiertag, fällt. Für diesen Tag gilt die Sonderregelung, dass die Geschäfte nur von 10 bis 18 Uhr offen halten dürfen. In den vergangenen Jahren galt zudem der offene 8. Dezember als zusätzlicher Weihnachtseinkaufssamstag, dieser Bonus fällt heuer weg. „Insgesamt sieht es nicht so rosig für den 8. Dezember aus. Das Weihnachtsgeschäft kann aber noch ordentlich anziehen, die Späteinkäufe nehmen immer mehr zu. Darauf hoffen wir“, so Seeliger. (mas, APA)