Letztes Update am Mo, 11.02.2019 14:30

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Religiöse Feiertage

Karfreitag als Feiertag würde BIP um bis zu 600 Mio. senken

Ende Jänner hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) die derzeitige Feiertagsregelung für den Karfreitag als gleichheitswidrig aufgehoben.

Generell senkt ein weiterer arbeitsfreier Tag das österreichische BIP um bis zu 0,2 Prozent.

© www.muehlanger.atGenerell senkt ein weiterer arbeitsfreier Tag das österreichische BIP um bis zu 0,2 Prozent.



Wien – Sollte der Karfreitag zu einem zusätzlichen Feiertag in Österreich werden, würde dies das heimische Bruttoinlandsprodukt (BIP) im laufenden Jahr um 400 bis 600 Mio. Euro verringern, schätzt das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo). Der Effekt würde damit eher gering ausfallen, sagten Wifo-Experten am Montag.

Denn unter der Annahme des Wifo, dass sich das BIP für 2019 auf rund 400 Mrd. Euro beläuft, würde der Karfreitag als zusätzlicher Feiertag die Wertschöpfung um 0,1 bis 0,15 Prozent verringern. Generell senke ein weiterer arbeitsfreier Tag das österreichische BIP um bis zu 0,2 Prozent.

EuGH-Urteil umsetzen

Dabei hänge der Effekt immer von der jeweiligen Konjunkturlage ab. In der Industrie spiele vor allem die Kapazitätsauslastung eine wichtige Rolle. So geht in einer Hochkonjunktur grundsätzlich mehr Wertschöpfung verloren als bei Unterauslastung der Kapazitäten, erläutert das Wifo. Weiters seien im Bausektor saisonale Aspekte zu beachten, da ein Feiertag im Winter weniger starke Auswirkungen habe auf die Branche als in der Bausaison. Beim Karfreitag falle der Effekt zudem etwas geringer aus, da manche Bevölkerungsgruppen schon bisher einen arbeitsfreien Tag hatten, schreibt das Wifo.

Ende Jänner hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) die derzeitige Feiertagsregelung für den Karfreitag als gleichheitswidrig aufgehoben. Nun muss die Regierung bis 19. April eine neue Regelung finden. Schafft sie das nicht, ist der Karfreitag künftig für alle unselbstständig Beschäftigten arbeitsfrei, sofern sie dies bei ihrem Arbeitgeber beantragen. (APA)


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