Letztes Update am Fr, 12.04.2019 09:10

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Klimawandel

IWF warnt vor Autozöllen und will mehr gegen Klimawandel tun

Der Internationale Währungsfonds zeigt sich besorgt über die protektionistischen Drohungen von US-Präsident Trump. Der IWF verbannt Einwegplastik innerhalb seiner Institution.

IWF-Chefin Christine Lagarde

© AFPIWF-Chefin Christine Lagarde



Washington – Die Verhängung von Importzöllen für Autos könnte der IWF-Chefökonomin Gita Gopinath zufolge schlimmere Folgen für den Welthandel haben als der gegenwärtige Streit zwischen den USA und China. Der Internationale Währungsfonds (IWF) sei besorgt über die Folgen derartiger Schritte für die Weltwirtschaft, sagte Gopinath am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters in Washington.

Ein Übergreifen der Handelskonflikte auf die Autobranche könnte größere Teile der weltweiten Lieferketten treffen. „Das wäre daher tatsächlich deutlich schwerwiegender für die Weltwirtschaft als die jüngsten Spannungen zwischen den USA und China beim Handel“, sagte sie. US-Präsident Donald Trump hat mit der Verhängung von Zöllen auf Autoimporte gedroht.

100 Prozent Recycling-Quote angestrebt

Umweltverschmutzung und Klimawandel sind zum Wirtschaftsfaktor geworden: Die Erkenntnis, dass Naturkatastrophen als Folge des Klimawandels die Ärmsten treffen und somit wirtschaftliche Entwicklungen hemmen, ist bei Volkswirten längst eingekehrt. Der Internationale Währungsfonds (IWF) möchte jetzt mit gutem Beispiel vorangehen und kein Einwegplastik mehr verwenden. Das kündigte IWF-Chefin Christine Lagarde am Donnerstag (Ortszeit) bei der IWF-Frühjahrstagung in Washington an.

„Wir haben beschlossen, Einwegplastik innerhalb unserer Institution zu verbannen.“ Außerdem recycle man mehr als 67 Prozent allen Mülls. „Und wir machen damit weiter, bis wir bei 100 Prozent sind“, sagte Lagarde. Bisher sind die Kantinen des Weltwährungsfonds - in typisch amerikanischer Art - noch voll von Einweggeschirr- und Besteck.

Klimawandel und Umweltschutz nimmt auf der Frühjahrstagung einen vergleichsweise großen Raum ein. Lagarde diskutierte am Donnerstag unter anderem mit dem britischen Natur- und Tierfilmer Sir David Attenborough. „Die Natur ist so beschädigt, sie braucht nun allen Schutz, den sie kriegen kann“, sagte der 92-Jährige. Manchmal bedeute das für Regierungen auch, schmerzhafte Entscheidungen zu treffen, die Geld kosten.

Weltbank zieht mit

Zum Beispiel könne man sich dafür einsetzen, Subventionen für die Produktion von Kraftstoff aus fossilen Energieträgern abzuschaffen - eine Forderung, die auch der IWF unterstützt. „Aus unterschiedlichen Gründen glauben wir, dass der Verzicht auf Subventionen für fossile Energieträger der richtige Weg ist, den man gehen sollte“, sagte Lagarde. 2015 seien 5,2 Billionen Dollar (4,62 Billionen Euro) an Subventionen in Öl, Gas und Kohle geflossen. Dieses Geld hätte gespart und besser in Bildung oder Gesundheit investiert werden können.

Auch bei der Weltbank herrscht eine ähnliche Einstellung: Geschäftsführerin Kristalina Georgiewa sagte: „Ich wünsche mir von allen Regierungen, Kohlenstoff mit einem Preis zu versehen und zwar mit einem hohen“.

(APA, TT.com)