Letztes Update am Mi, 24.04.2019 11:51

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Budget

EU-Japan-Gipfel: Gespräche zu WTO, G20 und ein bisschen Brexit

Das Economic Partnership Agreement (EPA), wie JEFTA offiziell heißt, ist das bisher größte Handelsabkommen weltweit.

Symbolfoto

© iStockphotoSymbolfoto



Wien – Nach Inkrafttreten des Freihandelsabkommens JEFTA Anfang Februar kommen die Spitzen der EU und Japans am morgigen Donnerstag zu einem Gipfel in Brüssel zusammen. EU-Ratspräsident Donald Tusk und Kommissionschef Jean-Claude Juncker wollen mit dem japanischen Premierminister Shinzo Abe unter anderem die WTO-Reform und den nächsten G20-Gipfel besprechen.

Japan hat in diesem Jahr die G20-Präsidentschaft inne, den nächsten G20-Gipfel gibt es am 28. und 29. Juni 2019 im japanischen Osaka. Sowohl die EU als auch Japan wollen ein multilaterales System und globale Regeln für den Welthandel aufrecht erhalten, hieß es vor dem Hintergrund des Handelskriegs zwischen den USA und China in Brüssel.

Ein bißchen Brexit

Es wird erwartet, dass auch der Brexit bei dem Gipfeltreffen besprochen wird. Durch die von der EU und Großbritannien beschlossene Fristverlängerung auf den 31. Oktober ist zwar vorerst ein „harter (ungeordneter) Brexit“ abgewendet. Doch mit mehr als 50 Prozent seiner ausländischen Direktinvestitionen in Europa in Großbritannien sei Japan quasi ein Akteur und besonders an dem Thema interessiert, hieß es.

Japan und die EU wollen sich auch zum Klimaschutz und zur Durchsetzung des Pariser Abkommens bekennen. Weitere außenpolitische Themen, die bei dem Gipfel erörtert werden, sind die Atomkonflikte mit dem Iran und Nordkorea. Die Außenbeauftragte der EU , Federica Mogherini, und Handelskommissarin Cecilia Malmström nehmen an dem Gipfel teil.

TT-ePaper gratis testen

Jetzt kostenlos TT-ePaper lesen, das Test-Abo endet nach 4 Wochen automatisch

Schritt 1 / 3

In nur 30 Sekunden gelangen Sie zum kostenlosen Test-Abo.

Das Economic Partnership Agreement (EPA), wie JEFTA offiziell heißt, ist das bisher größte Handelsabkommen weltweit. Mit ihm fallen rund 97 Prozent der Zölle im Umfang von rund einer Mrd. Euro jährlich, welche die EU für Exporte nach Japan bisher bezahlt hat. Die EU erhofft sich neue Exportchancen für Agrarprodukte wie Käse und Wein. Außerdem werden Dienstleistungsmärkte und die öffentliche Ausschreibung für Unternehmen aus Europa geöffnet.

2018 hat die EU Waren im Wert von 64,7 Milliarden Euro und Dienstleistungen von 34,7 Milliarden Euro nach Japan exportiert. Durch JEFTA werden Exportzuwächse von mehr als 13 Prozent erwartet.(APA)