Letztes Update am Do, 16.05.2019 12:34

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Wirtschaftspolitik

Umweltmaut für Brennerautobahn A22 in Südtirol beschlossen

Der Interministerielle Ausschuss für Wirtschaftsplanung in Rom stimmte einer Vereinbarung für die rein öffentliche Führung der Südtiroler A22 zu.

Eine rein öffentliche In-house-Gesellschaft, an der Südtirol und das Trentino die Aktienmehrheit halten, wird  die A22 zwischen dem Brenner und Modena für 30 Jahre führen.

© Thomas Boehm / TTEine rein öffentliche In-house-Gesellschaft, an der Südtirol und das Trentino die Aktienmehrheit halten, wird die A22 zwischen dem Brenner und Modena für 30 Jahre führen.



Rom, Bozen – Der Interministerielle Ausschuss für Wirtschaftsplanung (CIPE) in Rom hat am Mittwochabend der Vereinbarung für eine rein öffentliche Führung der Brennerautobahn (A22) zugestimmt. Eine rein öffentliche In-house-Gesellschaft, an der Südtirol und das Trentino die Aktienmehrheit halten, wird damit die A22 zwischen dem Brenner und Modena für 30 Jahre führen, teilte das Land in einer Aussendung mit.

In den kommenden Monaten soll die Vertragsunterzeichnung erfolgen. Südtirols Landeshauptmann Arno Kompatscher (SVP) sprach von einem „großen Erfolg“ und von einer „richtungsweisenden Entscheidung“. Mit der Einführung der Umweltmaut werde man nicht nur auf staatlicher Ebene eine Vorreiterrolle in Sachen Umweltpolitik einnehmen. Mit dem Erlös der Umweltmaut sollen Arbeiten und Projekte für insgesamt 250 Millionen Euro finanziert werden, welche die Eisenbahninfrastruktur im Brennerkorridor betreffen.

Zudem wird auch der Bau der Zulaufstrecken zum Brennerbasistunnel (BBT) mit einer Milliarde in den kommenden 30 Jahren kofinanziert. „Zu den 700 Millionen Euro Querfinanzierung, die bereits für den Bau der Zulaufstrecken bereitgestellt wurden, kommt eine weitere Milliarde Euro hinzu. Auch das ist ein Beitrag für mehr Nachhaltigkeit auf der Brennerachse, da die neue Bahninfrastruktur die Voraussetzung für die Verkehrsverlagerung auf die Schiene darstellt“, meinte der Landeshauptmann.

„Bayern und Italien bisher säumig“

Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) hat am Donnerstag den Beschluss begrüßt. Dass die rechtlichen Rahmenbedingungen für eine Korridormaut nun geschaffen sind, sei ein erster Schritt in die richtige Richtung, so Platter. „Die Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino hat sich bereits vor über einem Jahr dazu bekannt, die Korridormaut auf Schiene zu bringen. Die Details müssen wir uns nun ansehen“, erklärte der Landeshauptmann. Nun müsse die Maut schrittweise angehoben werden, um den Umweg-Transit zu verhindern und die Güterverlagerung von der Straße auf die Schiene voranzutreiben.

„Während wir in Tirol bei der Lkw-Maut bereits unsere rechtlichen Möglichkeiten voll ausschöpfen, waren Bayern und Italien bisher säumig“, meinte Platter. Mit der Erhöhung der Maut würden Südtirol und das Trentino nun einen entscheidenden Schritt zur Realisierung einer Korridormaut zwischen München und Verona setzen. „Der Druck auf Bayern, sich ebenfalls in diese Richtung zu bewegen, steigt damit weiter an“, betonte Platter. (APA)