Letztes Update am Di, 28.05.2019 13:42

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Umweltverschmutzung

Malaysia wehrt sich gegen Plastikabfälle aus dem Ausland

Malaysia will nicht „die Müllhalde der Welt“ sein. Bereits seit geraumer Zeit werden Container mit Plastikmüll zurückgesandt.

Das Umweltministerium in Kuala Lumpur teilte am Dienstag mit, 450 Tonnen Plastikabfälle in zehn Containern würden zurückgeschickt .

© AFPDas Umweltministerium in Kuala Lumpur teilte am Dienstag mit, 450 Tonnen Plastikabfälle in zehn Containern würden zurückgeschickt .



Kuala Lumpur – Malaysia wehrt sich entschieden gegen die ungebremste Einfuhr von Plastikmüll. Umweltministerin Yeo Bee Yin sagte am Dienstag bei einem Ortstermin in Port Klang, dem größten Hafen des Landes, der Müll werde „ohne Gnade“ dorthin zurückgeschickt, wo er hergekommen sei. „Malaysia wird nicht die Müllhalde der Welt sein.“

Ihr Land lasse sich nicht von Industrieländern unter Druck setzen. „Wir verlangen den Stopp dieser Müll-Lieferungen.“ Die Einfuhr von Plastikabfällen nach Malaysia hat sich seit 2016 verdreifacht. Im vergangenen Jahr wurden nach Regierungsangaben 870.000 Tonnen Plastikmüll in das südostasiatische Land gebracht.Hintergrund ist die Entscheidung Chinas, kein gebrauchtes Plastik aus anderen Ländern mehr zu verarbeiten. Große Kunststoffmengen finden seitdem ihren Weg nach Südostasien.

Pakt im Kampf gegen Plastikmüll

Das Umweltministerium in Kuala Lumpur teilte am Dienstag mit, 450 Tonnen Plastikabfälle in zehn Containern würden zurückgeschickt – unter anderem nach Australien, Saudi-Arabien, Bangladesch, China, Japan, in die USA und nach Kanada. Sie seien gefüllt mit „verunreinigten, nicht sortenreinen, nicht recycelbaren Plastikabfällen minderer Qualität“. Diese Abfälle landeten in Betrieben, die nicht über die nötigen Anlagen verfügten, um den Müll „auf umweltfreundliche Weise“ zu recyceln.

Malaysia hatte bereits vergangenen Monat fünf Container mit Plastikmüll nach Spanien zurückgesandt. 50 weitere illegal ins Land gebrachte Container wurden nach Behördenangaben untersucht. Umweltministerin Yeo sagte am Dienstag, es werde bis Ende des Jahres dauern, das Problem in den Griff zu bekommen. 150 illegale Recyclinganlagen seien bereits geschlossen worden.

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Mitte Mai hatten bei einem UN-Treffen in Genf rund 180 Länder einen Pakt im Kampf gegen Plastikmüll geschlossen und ein Abkommen zur Regulierung des Exports von Plastikmüll unterzeichnet. Plastikabfälle sollen in Zukunft nur noch frei gehandelt werden, wenn sie gereinigt und gut sortiert sind und sich recyceln lassen. Für den Export anderer Plastikabfälle soll künftig weltweit eine Zustimmung der Behörden der Export- und der Importstaaten erforderlich sein. Der Export schlecht recycelbarer Abfälle aus der EU in Entwicklungsländer soll ab 2021 untersagt werden. (APA, dpa)