Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 19.06.2019


Österreich

Tourismus entdeckt die Nachhaltigkeit

Österreich Werbung und Seilbahner erwarten eine positive Saison. Die Anreise bleibt ein CO2-Treiber.

Tirol war im Vorjahr auch im Sommer das am besten gebuchte Bundesland.

© APATirol war im Vorjahr auch im Sommer das am besten gebuchte Bundesland.



Von Cornelia Ritzer

Wien – Sommerurlaub in Österreich war im Vorjahr gefragt wie seit 25 Jahren nicht mehr. 24,67 Millionen Touristen (plus 3,1 Prozent) kamen zwischen Mai und Oktober 2018 nach Österreich. Auch heuer wollen die heimischen Touristiker von der globalen Reiselust profitieren. „Die Sommersaison sollte gut laufen“, blickt Petra Stolba, Chefin der Österreich Werbung, optimistisch auf die nächsten Monate. Denn die Rahmenbedingungen seien gut, so Stolb­a: In China bilde sich eine neue Mittelschicht und damit ein neuer, reisefreudiger „Hoffnungsmarkt“, die Kraftstoffpreise seien stabil und die Flugverbindungen nach Öster­reich ausgezeichnet.

Dabei ist es die Anreise der Gäste, die laut Studie des Umweltbundesamts der größte CO2-Verursacher im Sommerurlaub ist. Trotz der erhofften Langstreckenflüge aus China sowie der Anreise der Gäste aus Deutschland (diese sorgen für ein Drittel der Nächtigungen) oder den Niederlanden per Auto wollen die heimischen Touristiker auf nachhaltigen Tourismus setzen. Man kenne die Problematik der CO2-intensiven Anreise, sagte Hannes Parth, stellvertretender Fachverbandsobmann der Seilbahnen. „Wir fühlen uns verantwortlich für den Verkehr vor Ort“, berichtete er von Initiativen, die Touristen zum Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel zu bewegen. Auch bemüh­e sich Tirol, den Anteil der deutschen Touristen, die per Bahn anreisen, heuer stark zu erhöhen. Im Vorjahr reisten (auf Basis der Nächtigungen) 5 Prozent per Bahn nach Tirol, bis zum nächsten Jahr sollen es bereits 10 Prozent sein.

Urlauber, die Naturerlebnisse suchen, sollen diese auf den österreichischen Bergen finden. 67 Sommer-Bergbahnen haben sich zusammengetan, geboten werde Authentisches für Familien, Genießer, aber auch Mountainbiker. „Wir nehmen dafür Geld in die Hand, das wir im Sommer nicht verdienen“, berichtete Parth von Quersubventionen. In Ischgl waren das in den vergangenen Jahren „zwischen fünf und sechs Millionen Euro“. Ein Ziel sei außerdem, damit Ganzjahres-Arbeitsplätze für Mitarbeiter zu schaffen.