Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 23.08.2019


IWF

Altersgrenze vor Aufhebung: IWF macht Weg für neue Chefin frei

Die Bulgarin Kristalina Georgieva könnte im Oktober der zur EZB abwandernden Christine Lagarde als IWF-Chefin nachfolgen.

Kristalina Georgieva gilt als geschickte Verhandlerin.

© ReutersKristalina Georgieva gilt als geschickte Verhandlerin.



Washington – Der Vorstand des Internationalen Währungsfonds (IWF) hat dem Gouverneursrat die Aufhebung der Altersgrenze von 66 Jahren für das Amt des geschäftsführenden Direktors empfohlen. Damit ist der Weg für die bulgarische Kandidatin Kristalina Georgieva praktisch frei.

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Georgieva war von der EU als Nachfolgerin von IWF-Chefin Christine Lagarde nominiert worden. Sie wurde am 13. August 66 Jahre alt und war nach der bisher geltenden Regelung, wonach Kandidaten nicht älter als 65 Jahre sein dürfen, zu alt.

Der IWF-Vorstand empfahl zudem, das Höchstalter von 70 Jahren für die geschäftsführenden Direktoren abzuschaffen. Der Gouverneursrat soll laut IWF bis zum 4. September über die Vorstandsempfehlung abstimmen. Eine einfache Mehrheit reicht für eine Annahme aus.

Lagarde tritt offiziell am 12. September ab, sie soll Chefin der Europäischen Zentralbank (EZB) werden. Ihre Nachfolge soll bis spätestens 4. Oktober geregelt sein. Der IWF erinnerte daran, dass Kandidaturen für den Posten noch bis zum 6. September eingereicht werden können.

Georgieva hatte sich in einer Abstimmung der EU-Staaten gegen den früheren Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem durchgesetzt.

Georgieva ist in der Öffentlichkeit zwar wenig bekannt, mit der internationalen Finanzwelt ist die promovierte Ökonomin indes sehr gut vertraut. Einen Großteil ihrer Karriere verbrachte sie bei der Weltbank, dort spezialisierte sie sich auf Umweltwirtschaft. Die Bulgarin gilt als energisch und hartnäckig und zugleich als geschickte Verhandlerin.

Georgieva spricht außerdem fließend Russisch. In ihren Jahren als Direktorin für Russland bei der Weltbank von 2004 bis 2007 baute sie gute Beziehungen zu Moskau auf. (APA, AFP)